Die Schätze SalomosWo blieben die Schätze des Jerusalemer Tempels?von Jörg DendlUpdate: 15. November 2011 |
| Inhalt | |
|---|---|
| Unter König Salomo | 05.05.2004 |
| Die Zeit der Reichsteilung | 05.05.2004 |
| Die letzten Jahre Judas | 05.05.2004 |
| Nach dem Exil | 05.05.2004 |
| Unter römischer Herrschaft | 05.05.2004 |
| In den Wirren der Völkerwanderung | 05.05.2004 |
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Unter König Salomo (954 - 932 v. Chr.) Als im Jahr 954 v. Chr. unter der Herrschaft König
Salomos der Bau des JHWH-Tempels in Jerusalem vollendet
wurde, war dieses Gebäde nicht allein das zentrale
Heiligutm des geeinten Reiches von Juda und Israel,
sondern auch eine Schatzkammer. Das Tempelgerät
bestand den Beschreibungen des Alten Testaments zufolge
aus den edelsten Materialien, Gold war in Fülle
verwendet worden. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn
in den folgenden Jahrhunderten der Schatz dieses Tempels
legendär wurde. Doch traf diesen Schatz das
Schicksal so vieler Reichtümer, er wurde
geplündert und zerstreut, so daß heutzutage
kein Stück mehr bekannt ist, das diesem Schatz
zugerechnet werden kann. Die Begehrlichkeit der Eroberer
hatte schon früh zu ersten Verlusten geführt,
und als dann Jerusalem in der Plünderung Der Tempel von Jerusalem war nach den Berichten im 1.
Buch der Könige und dem 2. Buch der Chronik mit
zahlreichen kostbaren Geräten ausgestattet. Das
Zentrum bildete die Bundeslade, ihrerseits der
Darstellung des Buches Exodus nach prachtvoll mit Gold
überzogen. Ferner wurde ein goldener Altar, ein
goldener Tisch für Schaubrote und zehn goldene
Leuchter angefertigt, sowie eine Anzahl von goldenen
Geräten für den Dienst im Tempelinneren wie
Lichtscheren, Kessel, messer, Sprengschalen, Becken und
Pfannen. Hinzu kamen noch die nicht näher
bezeichneten Weihgeschenke, die schon König David
gestiftet hatte. Neben diesen goldenen Objekten gab es
noch eine große Zahl von Geräten aus Bronze.
Die beiden gewaltigen Sälen Jachin und Boas, sowie
das "Eherne Meer", getragen von zwölf Rindern aus
Bronze, waren die größ ten Objekte. Hinzu
kamen die Gerätschaften für den Opferdienst;
Aschengefäße, Schaufeln und Sprengschalen. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Die Zeit der Reichsteilung (932 - 721 v. Chr.) Die nach dem Tod Salomos erfolgte Trennung der beiden
Reiche brachte eine erhebliche militärische
Schwächung für Israel und Juda, womit die
Gefahr von Interventionen der angrenzenden
Nachbarreiche. So stand schon Jahre nach dem
Regierungsantritt Rehabeams als König von Juda im
Jahr 928 v. Chr. eine ägyptische Armee unter Pharao
Scheschonk I. vor den Toren Jerusalems. Von der
Belagerung kauften sich die Judäer durch die
Herausgabe der nicht genauer beschriebenen
Tempelschätze frei. Es werden noch die goldenen
Schilde erwähnt, die Salomo hatte anfertigen
lassen. Es ist also nicht genau bestimmbar, was
Scheschonk raubte. Da auch gesagt wird, daß der
Pharao auch die Schätze des Königshauses
mitnahm, so dürfte davon auszugehen sein, daß
tats&aumL,chlich auch die wertvollen goldenen
Geräte nach Ägypten verschleppt wurden. Die
Schilde wurden durch bronzene Nachbildungen ersetzt.
Somit war nur 26 Jahre nach der Weihung des Tempels der
wertvolle Schatz verloren. Was in Ägypten mit dem
Raub geschah, ist nicht bekannt, der Boden des Landes
hat bisher weder einen schriftlichen Bericht über
diese Plünderung noch etwa ein Objekt hergegeben. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Judas letzte Jahre (721 - 587 v. Chr.) Die Zeit nach dem Ende Israels brachte große
Bedrohungen für Juda. König Hiskia (Kg.
721-693 v. Chr.) sich der drohenden Eroberung Jerusalems
durch den assyrischen König Sanherib (704-681 v.
Chr.), der schon andere Städte Judas erobert hatte,
nur entziehen, indem er ihm Tribut zahlte. Der Assyrer
verlangte 300 Talente Silber und 30 Talente Gold, eine
Summe, die nur aufzubringen war, indem Hiskia erneut
Tempel und Palast von Schätzen
entblößte. wie verzweifelt die Lage war,
zeigt der Umstand, daß es nötog war, die mit
Gold überzogenen Türflügel und
Türpfosten des Tempels auszuliefern. Es werden also
auch alle aus wertvollen Materialien angefertigten
Tempelgeräte abgegeben worden sein. Diese
Schätze dürften in das von Sanherib unter
Aufgabe der alten Hauptstadt zur Residenz gewählte
Ninive gebracht worden sein. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Nach dem Exil (587 - 538 v. Chr.) Als das Exil in Babylon mit dem Edikt des Kyros endete,
erhielten die zurückkehrenden Juden die von
Nebukadnezar II. geraubten Tempelgeräte
zurück. "Folgendes ist ihre Anzahl: dreißig
goldene Schalen, tausendundneununzwanzig silberne
Schalen, dreißig goldene Bescher, vierzehnhundert
silberne Becher, tausend andere Geräte; alle
Geräte aus Gold und Silber zusammen
fünftausendvierhundert." (Esr 1, 9-11) Von dem
zentralen Heiligtum, der Bundeslade, ist keine Rede,
auch werden die 10 Leuchter des Salomonischen Tempels
nicht erwähnt. Die Bundeslade gilt seither als
verschollen, es finden sich allerdings in späteren
Texten Behauptungen, nach denen sie vor der Eroberung
Jerusalems in Sicherheit gebracht wurde. Im zweiten
Tempel war wahrscheinlich ein Leuchter aufgestellt, wie
aus Sirach 26,22 geschlossen wird. Im Salomonischen
Tempel hatten 10 Leuchter gestanden, während die
Beschreibung des Heiligen Zeltes der
Wüstenwanderung nur einen Leuchter gekannt hatte.
Dieser wird aber ansonsten nie erwähnt.
Letztendlich ist aus der Tatsache, daß nach der
Tempelplünderung durch Antiochus ein neuer Leuchter
aufgestellt wurde, zu schließen, daß zuvor
ein Leuchter vorhanden gewesen sein muß, der wohl
auf die Zeit der Errichtung des Zweiten Tempels
zurückging. Es sei an dieser Stelle auf das in der
Makkabäerzeit entstandene Danielbuch hingewiesen,
das in einem Rückgriff eine Nachricht von den
Tempelgeräten gibt. Es heißt dort, der
babylonische Regent Belsazar (reg. 551-543) habe die
Gefäße aus dem Tempel von Jerusalem bei einem
Gastmahl hervorholen lassen, damit seine Gäste
daraus trinken sollten. Doch dann seien "... Finger
einer Menschenhand [erschienen] und schrieben (etwas)
auf die Kalktünche der Wand des
Königspalastes, gerade gegenüber dem Leuchter;
...". (Dan 5, 5) Ob es sich hierbei wirklich um eine
echte letzte Nachricht über einen aus dem
Jerusalemer Tempel stammenden Leuchter handelt, ist
nicht wirklich zu entscheiden. Bei den auf Gehoß
des Kyros zurückgegebenen Geräten wird kein
Leuchter erwähnt, diese müssen also als
verloren gelten. Das Schicksal der nach dem Buch Exodus
zur Ausstattung der Stiftshütte gehörenden
Menora bleibt völlig offen. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Unter römischer Herrschaft (63 v. Chr. - 200 n. Chr.) Erneut störte die Heiligkeit des Tempels Gn.
Pompeius Magnus. Er verschaffte sich mit seinen
Begleitern Zugang zum Inneren. Wie Flavius Josephus
berichtet, sah der römische Feldherr den Leuchter
und dessen Lampen, den Schaubrottisch und die
Gefäße für Trank- und Rauchopfer, die
alle aus gediegenem Gold bestanden. Auch nahm er die im
Tempel gelagerten Schätze in Augenschein, darunter
2000 Talente an Tempelsteuer. (Bellum Judaicum I, 152
[I, VII, 6]) Ganz im Gegensatz zu früheren
Eroberern ließ er alle Schätze und
Geräte unangetastet und gab den Befehl, die
Reinheit des Heiligtums wiederherzustellen. Das auffälligste Dokument dieser letzten und
endgülitgen Beraubung des Tempels von Jerusalem ist
fraglos der Triumphbogen des Titus in Rom. Betritt der
Besucher den Durchgang des Bogens, so fühlt er sich
versetzt in die Zeit, als die siegreichen
Legionäre, soeben aus Palästina
zurückgekehrt, die via triumphalis
entlangmarschierten und die Nägel ihrer
Stiefelsohlen den Marschschritt donnernd in der Stadt
widerhallen ließen. Es waren die Soldaten der V.,
X., XII. und XV. Legion, die nach einer monatelangen
Belagerung die alte Hauptstadt Jerusalem mit
aufwendigster Kriegstechnik, aber auch mit brutalster
Gewalt niedergerungen hatten. Nach einem alt
überlieferten Zeremoniell setzte sich der lange Zug
zusammen, der durch ganz Rom bis zum Tempel des
Capitolinischen Iuppiter hinaufführte, wo der
siegreiche Feldherr bei einem Opfer den Göttern
für den glücklichen Ausgang des Feldzuges
dankte. Der Triumph über die aufständischen
Juden, der im Jahr 71 gefeiert wurde wird am
Triumphbogen des Titus lebendig durch die beiden
Reliefs, die sich an den beiden Innenseiten des
Durchgangs befinden. Auf der rechten Seite ist der Triumphator in seinem
Prunkwagen, einer Quadriga, zu sehen. Doch Ausdruck fand
die Größe seines Sieges insbesondere in den
Gefangenen und der eingebrachten Beute. Die besten
Stücke der Beute zogen dem Triumphator voraus, von
seinen Soldaten auf den Schultern getragen. Diese Szene
zeigen das Relief auf der linken Seite. Von links nach
rechts zieht eine Gruppe von Mänern die via
triumphalis entlang. Der zentrale Blickfang dieser
Darstellung ist die Menora, der siebenarmige Leuchter,
das wichtigste Beutestück aus dem Tempel von
Jerusalem. Sechs halbkreisförmige Arme umgeben
rechts und links den Schaft des Leuchters, der aus einem
achteckigen Fuß herauswächst. Die Felder des
Fußes sind mit verschiedenen Seetieren verziert.
Die Gruppe vor dem Leuchter trägt ein ferculum
mit weiteren Stücken. Es handelt sich dabei um
einen Tisch, zwei Trompeten und ein Gefäß.
Diese Objekte stammten alle aus dem Tempel von Jerusalem
und fielen den römischen Truppen bei der
Erstürmung des schwer befestigten Tempelplatzes als
wertvollste Beutestücke in die Hände. Zurück zum Inhaltsverzeichnis In den Wirren der Vökerwanderung (410 - 614) Mit dem Brand des Templum Pacis waren die
Schätze des Tempels von Jerusalem allerdings nicht
untergegangen. Doch durch die wechselvolle weitere
Geschichte Roms wurde auch ihr Schicksal bestimmt. Am
14. August 410 stürmten die Westgoten unter ihrem
König Alarich die Stadt und plünderten sie
aus. Dabei gerieten auch Teile des Jerusalemer
Tempelschatzes in ihre Hände. Sie gelangten in den
königlichen Schatz der Westgoten, der in der Stadt
Carcasso, dem heutigen Carcassone, aubewahrt wurde.
Prokop nennt bei seiner Erwähnung dieses Schatzes
"... auch die sehenswerten Geräte des
Judenkönigs Salomon, die einst die Römer aus
Jerusalem mitgenommen hatten, ...". (Prokop, Gotenkrieg,
I, 12, 41-42) Diese Stücke blieben bis zum Jahr 507
in Carcasso. In diesem Jahr fiel König Alarich II.
in einer Schlacht gegen die Franken. Als Theoderich d.
Gr. zum Entsatz von Carcasso nahte, hoben die Franken
ihre Belagerung auf und zogen ab. Nach der Einsetzung
des unmündigen Amalarich zum König der
Westgoten, nahm Theoderich "... auch sämtliche
Schätze, die in Carcasso lagen, in Besitz und
kehrte eilends damit nach Ravenna zurück." (Prokop,
Gotenkrieg, I, 12, 47) |
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