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Die Schätze Salomos
Wo
blieben die Schätze des Jerusalemer Tempels?
von Jörg Dendl |
Letztes Update:
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| Inhalt | |
|---|---|
| Unter König Salomo | 05.05.2004 |
| Die Zeit der Reichsteilung | 05.05.2004 |
| Die letzten Jahre Judas | 05.05.2004 |
| Nach dem Exil | 05.05.2004 |
| Unter römischer Herrschaft | 05.05.2004 |
| In den Wirren der Völkerwanderung | 05.05.2004 |
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Unter König Salomo (954 - 932 v. Chr.)
Als im Jahr 954 v. Chr. unter der Herrschaft König Salomos der
Bau des JHWH-Tempels in Jerusalem vollendet wurde, war dieses
Gebäde nicht allein das zentrale Heiligutm des geeinten Reiches
von Juda und Israel, sondern auch eine Schatzkammer. Das
Tempelgerät bestand den Beschreibungen des Alten Testaments
zufolge aus den edelsten Materialien, Gold war in Fülle verwendet
worden. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn in den folgenden
Jahrhunderten der Schatz dieses Tempels legendär wurde. Doch traf
diesen Schatz das Schicksal so vieler Reichtümer, er wurde
geplündert und zerstreut, so daß heutzutage kein Stück
mehr bekannt ist, das diesem Schatz zugerechnet werden kann. Die
Begehrlichkeit der Eroberer hatte schon früh zu ersten Verlusten
geführt, und als dann Jerusalem in der Plünderung
Nebukadnezars Feldherr Nebusaradan unterging, war alles verloren. Erst
mit der Errichtung des zweiten Tempels begann eine neue Ära,
erneut wurde das Tempelgerät angefertigt, ein neuer "Schatz
Salomos" entstand - allerdings ohne ein einziges Stück zu
enthalten, das noch auf den alten Tempel zurückging. Aber auch
diese neuen Schätze blieben nicht unangetastet. Selbst das
außer Landes gebrachte Plündergut wurde erneut zum Spielball
weiterer Plünderungen und Verschleppungen, bis alle Objekte
verschollen waren.
Der Tempel von Jerusalem war nach den Berichten im 1. Buch der
Könige und dem 2. Buch der Chronik mit zahlreichen kostbaren
Geräten ausgestattet. Das Zentrum bildete die Bundeslade,
ihrerseits der Darstellung des Buches Exodus nach prachtvoll mit Gold
überzogen. Ferner wurde ein goldener Altar, ein goldener Tisch
für Schaubrote und zehn goldene Leuchter angefertigt, sowie eine
Anzahl von goldenen Geräten für den Dienst im Tempelinneren
wie Lichtscheren, Kessel, messer, Sprengschalen, Becken und Pfannen.
Hinzu kamen noch die nicht näher bezeichneten Weihgeschenke, die
schon König David gestiftet hatte. Neben diesen goldenen Objekten
gab es noch eine große Zahl von Geräten aus Bronze. Die
beiden gewaltigen Sälen Jachin und Boas, sowie das "Eherne Meer",
getragen von zwölf Rindern aus Bronze, waren die größ
ten Objekte. Hinzu kamen die Gerätschaften für den
Opferdienst; Aschengefäße, Schaufeln und Sprengschalen.
Die Berichte der Bibel teilen über das Schicksal der Schätze
während der Regierungszeit Salomos nichts weiter mit, allein die
äthiopische Tradition kennt eine Beraubung des Allerheiligsten,
bei dem angeblich die Bundeslade entführt wurde und so nach
Äthiopien gelangte. Noch heute glauben die äthiopischen
Christen daran, die Bundeslade sei in einer Kapelle der Marienkirche
von Axum aufbewahrt.
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Die Zeit der Reichsteilung (932 - 721 v. Chr.)
Die nach dem Tod Salomos erfolgte Trennung der beiden Reiche brachte
eine erhebliche militärische Schwächung für Israel und
Juda, womit die Gefahr von Interventionen der angrenzenden
Nachbarreiche. So stand schon Jahre nach dem Regierungsantritt
Rehabeams als König von Juda im Jahr 928 v. Chr. eine
ägyptische Armee unter Pharao Scheschonk I. vor den Toren
Jerusalems. Von der Belagerung kauften sich die Judäer durch die
Herausgabe der nicht genauer beschriebenen Tempelschätze frei. Es
werden noch die goldenen Schilde erwähnt, die Salomo hatte
anfertigen lassen. Es ist also nicht genau bestimmbar, was Scheschonk
raubte. Da auch gesagt wird, daß der Pharao auch die Schätze
des Königshauses mitnahm, so dürfte davon auszugehen sein,
daß tats&aumL,chlich auch die wertvollen goldenen Geräte
nach Ägypten verschleppt wurden. Die Schilde wurden durch bronzene
Nachbildungen ersetzt. Somit war nur 26 Jahre nach der Weihung des
Tempels der wertvolle Schatz verloren. Was in Ägypten mit dem Raub
geschah, ist nicht bekannt, der Boden des Landes hat bisher weder einen
schriftlichen Bericht über diese Plünderung noch etwa ein
Objekt hergegeben.
Das Schicksal der "Schätze des Salomonischen Tempels" im engeren
Sinne war damit besiegelt. Die unwiederbringlich verlorenen
Gegenstände wurde ersetzt, um den Kult aufrechtzuerhalten.
Eine erneute Plünderung des Tempels von Jerusalem erfolgte unter
der Herrschaft des Königs Amazja von Juda (Kg. 797-779 v. Chr.).
Dieser hatte im Alter von fünfundzwanzig Jahren den Thron
bestiegen und mit einem Sieg über die Edomiter und die Eroberung
der Stadt Sela seine militärische Stärke bewiesen. Als er
sich aber nun gegen Israel wandte, wurde er von König Joasch (Kg.
799-784 v. Chr.) vor dem kommenden Kampf gewarnt. Bei Bet-Schemesch kam
es zur Schlacht, in der die Israeliten siegten. Die Folgen für
Jerusalem waren drastisch. Joasch ließ einen Teil der Stadtmauer,
vom Ephraimtor bis zum "Ecktor" niederreißen, eine Strecke von
vierhundert Ellen.
Seine militärische Überlegenheit ausnutzend bemächtigte
sich Joasch auch der Schätze des Tempels und des Palastes und zog
unter Wegführung von Geiseln zurück in die Heimat. Wie das 2.
Buch der Chronik mitteilt, hat Joasch sogar das Gotteshaus von
Obed-Edom geplündert und auch von dort Geräte mitgenommen.
(2Chr 25,24)
Erneut war der Tempel von den wertvolleren Geräten
entblößt, wo sie verblieben, ist nicht bekannt. Wenn zur
Zeit des Untergangs von Israel noch Objekte aus dieser Plünderung
in Samaria waren, dann wurden diese mit großer Wahrscheinlichkeit
von den plündernden Assyrern nach Mesopotamien weggeschleppt,
möglicherweise in die von Sargon II. (Kg. 721-705 v. Chr.)
gegründete Residenz beim heutigen Khorsabad.
Bedeutende Teile der Tempelschätze mußte König Ahas von
Juda (Kg. 736-721 v. Chr.) an König Tiglatpileser III. von
Assyrien (Kg. 744-727 v. Chr.) ausliefern. Er wollte dessen Beistand
gegen die aus Israel und Syrien bestehende antiassyrische Koalition
erkaufen, die schon seinen Sohn Tabeel als Gegenkönig aufgestellt
hatte. Dafür gab er Gold und Silber aus dem Tempelschatz her, im
2. Buch der Chronik heißt es sogar, er habe die Geräte aus
dem Tempel zerstört. (2Chr 28,24) Er hatte ohnehin keine Achtung
mehr vor der Heiligkeit des Tempels, ließ er doch einen neuen
Altar errichten, auf dem er den assyrischen Göttern opferte, und
ließ den Brandopferaltar versetzten. Um weitere Gaben für
den assyrischen König zu gewinnen, ließ König Ahas von
den noch unter Salomo angefertigten Kesselwagen Leisten abbrechen und
nahm die Kessel herunter. Auch die Rinder, die bisher das Eherne Meer
trugen, wurden entfernt. Der Bericht über diese Vorgänge im
2. Buch der Könige ist nicht eindeutig zu interpretieren, denn
wenn es dort heißt, erhabe dies alles "... um des Königs von
Assyrien willen ..." getan, dann läßt sich nur vermuten, er
habe Bronze für den Tribut gewinnen wollen. Es wäre
allerdings auch denkbar, daß es sich um kultbedingte
Veränderungen handelte.
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Judas letzte Jahre (721 - 587 v. Chr.)
Die Zeit nach dem Ende Israels brachte große Bedrohungen
für Juda. König Hiskia (Kg. 721-693 v. Chr.) sich der
drohenden Eroberung Jerusalems durch den assyrischen König
Sanherib (704-681 v. Chr.), der schon andere Städte Judas erobert
hatte, nur entziehen, indem er ihm Tribut zahlte. Der Assyrer verlangte
300 Talente Silber und 30 Talente Gold, eine Summe, die nur
aufzubringen war, indem Hiskia erneut Tempel und Palast von
Schätzen entblößte. wie verzweifelt die Lage war, zeigt
der Umstand, daß es nötog war, die mit Gold überzogenen
Türflügel und Türpfosten des Tempels auszuliefern. Es
werden also auch alle aus wertvollen Materialien angefertigten
Tempelgeräte abgegeben worden sein. Diese Schätze
dürften in das von Sanherib unter Aufgabe der alten Hauptstadt zur
Residenz gewählte Ninive gebracht worden sein.
Auch König Jojakim (Kg. 608-597 v. Chr.) konnte eine teilweise
Plünderung des Tempels nicht verhindern. König Nebukadnezar
II. (Kg. 605-562 v. Chr.) von Babylon ließ nach der Gefangennahme
Jojakims "... manche von den Geräten des Hauses JHWHs mit nach
Babel ..." bringen. (2Chr 36,7)
Die unter der Regierung Jojachins von Juda (Kg. 597 v. Chr.), dem Sohn
des Jojakim, durchgeführte erste Deportation von Judäern nach
Babylon war auch mit einer erneuten Plünderung verbunden. Im 2.
Buch der Könige heiß es ausdrücklich, Nebukadnezar II.
habe nicht nur erneut alle Schätze des Tempels und des Palastes
weggenommen, sondern habe auch "... alle goldenen Gefäße,
die Salomo, der König von Israel, im Tempel JHWHs hatte anfertigen
lassen ..." zerbrechen lassen. Dieses Vorgehen zeigt, was auch bei den
vorangehenden Plünderungen zu erwarten ist: die Gerätschaften
wurden nicht als solche dem Schatz der Eroberer zugefügt, sondern
nur das wertvolle Material war von Interesse. Daß also einzelne
Gefäße oder Geräte aus dem Jerusalemer Tempel in den
Ruinen der Hauptstädte der mesopotamischen Könige erhalten
blieben, ist wohl sehr unwahrscheinlich.
Als Jerusalem nach dem Abfall des Königs Zidkija (Kg. 597-587 v.
Chr.) von den babylonischen Truppen unter Nebusaradan, dem Obersten der
Leibgarde Nebukadnezars II., erobert wurde, war das Ende gekommen. Nun
wurden auch noch die letzten Reste des Tempelschatzes geplündert.
Um das Erz leichter transportieren zu können, wurden das Eherne
Meer, die beiden Säulen vor dem Tempel und die rollbaren Gestelle
für die Kessel zerschlagen. Auch das Kleingerät für den
Opferdienst nahmen die Plünderer mit; Töpfe, Schalen,
Schauflern und Messer, wobei anscheinen doch wieder einige goldene und
silberne Gerätschaften darunter waren.
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Nach dem Exil (587 - 538 v. Chr.)
Als das Exil in Babylon mit dem Edikt des Kyros endete, erhielten
die zurückkehrenden Juden die von Nebukadnezar II. geraubten
Tempelgeräte zurück. "Folgendes ist ihre Anzahl:
dreißig goldene Schalen, tausendundneununzwanzig silberne
Schalen, dreißig goldene Bescher, vierzehnhundert silberne
Becher, tausend andere Geräte; alle Geräte aus Gold und
Silber zusammen fünftausendvierhundert." (Esr 1, 9-11) Von dem
zentralen Heiligtum, der Bundeslade, ist keine Rede, auch werden die 10
Leuchter des Salomonischen Tempels nicht erwähnt. Die Bundeslade
gilt seither als verschollen, es finden sich allerdings in
späteren Texten Behauptungen, nach denen sie vor der Eroberung
Jerusalems in Sicherheit gebracht wurde. Im zweiten Tempel war
wahrscheinlich ein Leuchter aufgestellt, wie aus Sirach 26,22
geschlossen wird. Im Salomonischen Tempel hatten 10 Leuchter gestanden,
während die Beschreibung des Heiligen Zeltes der
Wüstenwanderung nur einen Leuchter gekannt hatte. Dieser wird aber
ansonsten nie erwähnt. Letztendlich ist aus der Tatsache,
daß nach der Tempelplünderung durch Antiochus ein neuer
Leuchter aufgestellt wurde, zu schließen, daß zuvor ein
Leuchter vorhanden gewesen sein muß, der wohl auf die Zeit der
Errichtung des Zweiten Tempels zurückging. Es sei an dieser Stelle
auf das in der Makkabäerzeit entstandene Danielbuch hingewiesen,
das in einem Rückgriff eine Nachricht von den Tempelgeräten
gibt. Es heißt dort, der babylonische Regent Belsazar (reg.
551-543) habe die Gefäße aus dem Tempel von Jerusalem bei
einem Gastmahl hervorholen lassen, damit seine Gäste daraus
trinken sollten. Doch dann seien "... Finger einer Menschenhand
[erschienen] und schrieben (etwas) auf die Kalktünche der Wand des
Königspalastes, gerade gegenüber dem Leuchter; ...". (Dan 5,
5) Ob es sich hierbei wirklich um eine echte letzte Nachricht über
einen aus dem Jerusalemer Tempel stammenden Leuchter handelt, ist nicht
wirklich zu entscheiden. Bei den auf Gehoß des Kyros
zurückgegebenen Geräten wird kein Leuchter erwähnt,
diese müssen also als verloren gelten. Das Schicksal der nach dem
Buch Exodus zur Ausstattung der Stiftshütte gehörenden Menora
bleibt völlig offen.
Die historischen Berichte geben keine Auskunft zu etwaigen
Plünderungen oder Verlusten bis in die Zeit der Makkabäer. Zu
einer schweren Plünderung kam es, als Antiochos IV. Epiphanes im
Jahr 170 v. Chr. zunächst in Unterägypten einfiel, wo er sich
nach seinem Sieg über Ptolemaios VI. Philometor zum König von
Ägypten krönen ließ. Auf dem Rückweg nach Syrien
zog er in Jerusalem ein, das zu dieser Zeit durch innenpolitische
Auseinandersetzungen zwischen der pro-hellenistischen und der
anti-hellenistischen Partei erschüttert wurde. In dieser Lage
drang Antiochos in den Tempel ein und ließ die heiligen
Geräte, darunter den Leuchter und die dazugehörigen
Geräte (1Makk 1, 23; s.a. Josephus Flavius, Contra Apionem
II, 80), und auch die kostbaren Weihegaben (1Makk 1, 21-23) entfernen.
Nur durch diesen Hinweis ist überhaupt bekannt, daß im
Zweiten Tempel ein Leuchter stand.
In der Folge wurde im Tempel von Jerusalem der Kult der griechischen
Götter eingeführt, die Einhaltung des Sabbat und die
Beschneidung verboten. Durch das im Dezember 167 v. Chr. auf dem Altar
des Tempels dargebrachte Opfer wurde schließlich der Aufstand
ausgelöst. Judas Makkabäus führte die Revolte, die mit
der Besetzung des Tempels von Jerusalem im jahr 164 v. Chr. ihren
Höhepunkt erreichte. Die für den Kult durch die Profanierung
unbrauchbar gewordenen oder durch Plünderung verlorenen
Gefäße und Geräte wurden ersetzt, auch wurde ein neuer
Altar errichtet. (Flavius Josephus, Bellum Judaicum I, 39 [I, 1, 4])
"Sie schufen auch neue Geräte und brachten den Leuchter, den
Rauchopferaltar und den Tisch in den Tempel", heißt es im 1.
Makkabäerbuch (1Makk 4, 49). Der Leuchter wurde also neu
geschaffen, was aus dem geraubten wurde, ist nicht überliefert.
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Unter römischer Herrschaft (63 v. Chr. - 200 n. Chr.)
Erneut störte die Heiligkeit des Tempels Gn. Pompeius Magnus.
Er verschaffte sich mit seinen Begleitern Zugang zum Inneren. Wie
Flavius Josephus berichtet, sah der römische Feldherr den Leuchter
und dessen Lampen, den Schaubrottisch und die Gefäße
für Trank- und Rauchopfer, die alle aus gediegenem Gold bestanden.
Auch nahm er die im Tempel gelagerten Schätze in Augenschein,
darunter 2000 Talente an Tempelsteuer. (Bellum Judaicum I, 152 [I, VII,
6]) Ganz im Gegensatz zu früheren Eroberern ließ er alle
Schätze und Geräte unangetastet und gab den Befehl, die
Reinheit des Heiligtums wiederherzustellen.
Als M. Licinius Crassus auf dem Weg nach Parthien durch das Land zog,
hielt dieser sich nicht zurück und entnahm dem Tempelschatz 2000
Silbertalente. Auch war er entschlossen, den Tempel aller seiner
Reichtümer zu entblößen. Dies versuchte ein Priester
namens Eleazar zu verhindern, indem er dem römischen Feldherren
eine goldene Stange gab, an der die kostbaren Vorhänge im Tempel
hingen. Diese Gabe mit einem Wert von 10000 Drachmen, wie Flavius
Josephus schreibt, erhielt Crassus gegen seine Zusicherung, alles
weitere im Tempel nicht anzutasten. Doch brach der Feldherr diesen Eid
und nahm alles Gold des Heiligtums mit sich. (Flavius Josephus,
Antiquitates XIV, 105-109 [XIV, VII, 1])
Der große Bericht des Flavius Josephus über die
Neuerrichtung des Tempels und den Ausbau des Tempelberges unter
König Herodes enthält keinen Hinweis auf die Anfertigung
neuer Geräte für den Tempeldienst. Allein bisher unbekannte
Ausschmückungen werden erwähnt, so ein Weinstock: "Über
diesen Türen, unter dem Sims, erstreckte sich ein goldener
Weinstock mit Weintrauben so groß wie ein Mann; ..."
(Antiquitates XV 394 [XV, XI, 3]) "Außerdem gab es dort
darüber auch noch den goldenen Weinstock, von dem Weintrauben so
groß wie ein Mann ..." (Bellum Judaicum V 210 [V, V, 4]; s.a.
Tacitus, Hist. V.5). Über dem Zugangstor zum Tempel wurde ein
goldener Adler angebracht (Antiquitates XVII, 151 [XVII, VI, 2]), der
großen Widerstand erregte, weil hier ein lebendes Wesen
dargestellt war. Schriftgelehrte hielten ihre Schüler dazu an,
diesen Adler zu entfernen und sollte dies ihren Tod bedeuten. Als
schließlich das gerücht umging, Herodes sei gestorben, wurde
der Adler heruntergerissen. Der König liß die Aufrührer
verhaften und nach Jericho bringen, wo er sie wegen des Sakrilegs, eine
Opfergabe zerstört zu haben, anklagte. Doch am Ende entließ
er die Beschuldigten und tauschte nur den Hohepriester aus.
(Antiquitates XVII 151-160 (XVII, VI, 2-3)]
Zu welcher Zeit also die Tempelgeräte geschaffen wurden, die
schließlich den Römern bei der Plünderung des Tempels
im Jahr 70 in die Hände fielen, ist nicht zu sagen.
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Das auffälligste Dokument dieser letzten und endgülitgen
Beraubung des Tempels von Jerusalem ist fraglos der Triumphbogen des
Titus in Rom. Betritt der Besucher den Durchgang des Bogens, so
fühlt er sich versetzt in die Zeit, als die siegreichen
Legionäre, soeben aus Palästina zurückgekehrt, die via
triumphalis entlangmarschierten und die Nägel ihrer
Stiefelsohlen den Marschschritt donnernd in der Stadt widerhallen
ließen. Es waren die Soldaten der V., X., XII. und XV. Legion,
die nach einer monatelangen Belagerung die alte Hauptstadt Jerusalem
mit aufwendigster Kriegstechnik, aber auch mit brutalster Gewalt
niedergerungen hatten. Nach einem alt überlieferten Zeremoniell
setzte sich der lange Zug zusammen, der durch ganz Rom bis zum Tempel
des Capitolinischen Iuppiter hinaufführte, wo der siegreiche
Feldherr bei einem Opfer den Göttern für den glücklichen
Ausgang des Feldzuges dankte. Der Triumph über die
aufständischen Juden, der im Jahr 71 gefeiert wurde wird am
Triumphbogen des Titus lebendig durch die beiden Reliefs, die sich an
den beiden Innenseiten des Durchgangs befinden.
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Auf der rechten Seite ist der Triumphator in seinem Prunkwagen,
einer Quadriga, zu sehen. Doch Ausdruck fand die Größe
seines Sieges insbesondere in den Gefangenen und der eingebrachten
Beute. Die besten Stücke der Beute zogen dem Triumphator voraus,
von seinen Soldaten auf den Schultern getragen. Diese Szene zeigen das
Relief auf der linken Seite. Von links nach rechts zieht eine Gruppe
von Mänern die via triumphalis entlang. Der zentrale
Blickfang dieser Darstellung ist die Menora, der siebenarmige Leuchter,
das wichtigste Beutestück aus dem Tempel von Jerusalem. Sechs
halbkreisförmige Arme umgeben rechts und links den Schaft des
Leuchters, der aus einem achteckigen Fuß herauswächst. Die
Felder des Fußes sind mit verschiedenen Seetieren verziert. Die
Gruppe vor dem Leuchter trägt ein ferculum mit weiteren
Stücken. Es handelt sich dabei um einen Tisch, zwei Trompeten und
ein Gefäß. Diese Objekte stammten alle aus dem Tempel von
Jerusalem und fielen den römischen Truppen bei der Erstürmung
des schwer befestigten Tempelplatzes als wertvollste Beutestücke
in die Hände.
Eindrucksvoll schildert Flavius Josephus den Triumphzug des Titus:
"... Beutestücke wurden in Mengen vorbeigetragen, unter denen
besonders diejenigen Aufsehen erregten, die man aus dem Tempel von
Jerusalem genommen hatte: ein goldener Tisch im gewicht von mehreren
Talenten und ein gleichfalls goldener Leuchter, aber von ganz anderer
Form wie die bei uns gebrächlichen. Aus dem Fußgestell erhob
sich ein sälenartiger Schaft, von dem schlanke Seitenarme in Form
eines Dreizacks ausgingen; an jedem der Arme befand sich oben eine
eherne Lampe; davon gab es also sieben an der Zahl, die bei den Juden
als heilig gilt." (BJ VI, V, 5)
Dieser Bericht und die Darstellung am Triumphbogen ergänzen sich,
was keinen Zweifel am Wahrheitsgehalt des Berichteten läßt.
Das Schicksal des Leuchters läßt sich anhand historischer
Quellen noch bis ins 6. Jahrhundert verfolgen, wo schließlich die
Nachrichten verstummen.
Nach dem Doppeltriumph wurde das Templum Pacis, der "Tempel des
Friedens", errichtet. Der Bau wurde im Jahr 75 vollendet und nahm neben
der Beute aus Jerusalem auch zahlreiche Kunstwerke aus anderen Gegenden
des Imperium Romanum auf, so Bildwerke der bedeutenden
Bildhauer Phidias und des Lysippos. Wie diese Sammlung dem Publikum
prÄsentiert wurde, ist nicht bekannt. Neben den Kunstschätzen
verfügte der Tempel auch über Bibliotheken mit griechischen
und lateinischen Werken.
Bis zum Jahr 192 gibt es nur eine Erwähnung des Templum Pacis
in den Quellen. In diesem Jahr kam es zu einer schwerwiegenden
Brandkatastrophe in Rom, von der dieser Tempel in Mitleidenschaft
gezogen wurde. Der Historiker Cassius Dio schildert diesen Brand unter
den Vorzeichen des Todes des Kaisers Commodus (Imp. 180-192): "... ein
Feuer, das in einigen Wohnungen ausbrach, sprang auf den Tempel des
Friedens und breitete sich bei den Lagerhäusern der
ägyptischen und arabischen Waren aus ...". (Cassius Dio, 73, 24,
1) Der völlig zerstörte Tempel wurde unter Kaiser Septimius
Severus (Imp. 193-211) wieder aufgebaut und bestand in dieser Form bis
ins 6. Jahrhundert. In der Kirche SS. Cosmas e Damian sind Teile der
südliche Ecke des Komplexes erhalten geblieben.
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In den Wirren der Vökerwanderung (410 - 614)
Mit dem Brand des Templum Pacis waren die Schätze des
Tempels von Jerusalem allerdings nicht untergegangen. Doch durch die
wechselvolle weitere Geschichte Roms wurde auch ihr Schicksal bestimmt.
Am 14. August 410 stürmten die Westgoten unter ihrem König
Alarich die Stadt und plünderten sie aus. Dabei gerieten auch
Teile des Jerusalemer Tempelschatzes in ihre Hände. Sie gelangten
in den königlichen Schatz der Westgoten, der in der Stadt
Carcasso, dem heutigen Carcassone, aubewahrt wurde. Prokop nennt bei
seiner Erwähnung dieses Schatzes "... auch die sehenswerten
Geräte des Judenkönigs Salomon, die einst die Römer aus
Jerusalem mitgenommen hatten, ...". (Prokop, Gotenkrieg, I, 12, 41-42)
Diese Stücke blieben bis zum Jahr 507 in Carcasso. In diesem Jahr
fiel König Alarich II. in einer Schlacht gegen die Franken. Als
Theoderich d. Gr. zum Entsatz von Carcasso nahte, hoben die Franken
ihre Belagerung auf und zogen ab. Nach der Einsetzung des
unmündigen Amalarich zum König der Westgoten, nahm Theoderich
"... auch sämtliche Schätze, die in Carcasso lagen, in Besitz
und kehrte eilends damit nach Ravenna zurück." (Prokop,
Gotenkrieg, I, 12, 47)
Der größte Teil des Tempelschätze hatte den Brand des Templum
Pacis und die Plünderung durch die Westgoten überstanden
und war in den Kaiserpalast gebracht worden. Bei der Eroberung Roms
durch die Vandalen am 2. Juni 455 wurde auch dieser Palast
geplündert, wobei die Eroberer in den Besitz der jüdischen
Tempelschätze gelangten. Die Vandalen überführten ihre
Beute in ihre Residenz Karthago, wo sie verblieben.
Als das Vandalenreich in Nordafrika durch Belisar, den Feldherrn des
oströmischen Kaisers Justinian (Bas. 527-565), zerschlagen wurde,
gelangten auch die in Karthago angehäften Schätze in die
Hände der Oströmer. Im Triumphzug wurden diese
Beutestücke in Konstantinopel dem Volk gezeigt, "... darunter das
jüdische Tempelgerät, das einst Titus aus Jerusalem nach Rom
gebracht hatte, als dies einer der Juden sah, trat er zu einem
vornehmen Mann aus Justinians Umgebung heran und sprach ´Meiner
Ansicht nach ist es unpassend, diese Kostbarkeiten in den kaiserlichen
Palast von Byzanz zu bringen; denn ihr Platz ist einzig und allein
dort, wo sie der Judenkönig Solomon früher aufstellen
ließ. Ihretwegen eroberte ja auch Geiserich den Kaiserpalast in
Rom und jetzt das römische Heer die königliche Residenz der
Vandalen.´ Wie diese Worte dem Kaiser zu Ohren kamen, fühlte
er Angst und schickte schleunigst alles in die christlichen Kirchen zu
Jerusalem." (Prokop, Vandalenkrieg, II, 9)
Es besteht kein Anlaß, den historischen Gehalt dieses Berichts
anzuzweifeln, sondern es ist davon auszugehen, dass die
Tempelschätze tatsächlich ihren weiteren Weg von
Konstantinopel nach Jerusalem nahmen. Doch dort verliert sich ihre
Spur. Kein Pilgerbericht der folgenden Zeit erwähnt einen der
Gegenstände. Dabei wäre gerade der Leuchter sicherlich sehr
auffällig gewesen. Allein ein Tisch wird von dem Pilger Arculf
erwähnt, der in der Hl. Grabeskirche stand, doch von Gold ist hier
keine Rede. Anzunehmen ist, dass diese grossen Schätze nicht
allgemein zugänglich waren, sondern in Reliquienkammern verwahrt
wurden. Verloren gingen diese Stücke sicherlich im Jahr 614, als
die Perser Jerusalem besetzten und völlig ausplünderten. Das
weitere Schicksal des Leuchters aus dem Tempel von Jerusalem bleibt
offen.
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