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Die Geschichte der Orgel
von Petra Roeder |
Letztes Update:
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Der aktuelle Titel von Petra Roeder im Verlag Jörg Dendl:
Seit der hellenistischen Antike ist die Orgel als
"Positiv" mit etwa 55 Pfeifen, einmanualig und mit einem Tonumfang von
etwas mehr als zwei Oktaven (bis 19 Tönen) bekannt. Eingesetzt
wurde sie im Theater, im Circus und bei allen Großveranstaltungen
der Antike. Ktesibios von Alexandria (3. Jhd. v. Chr.) und Archimedes
von Syrakus (289-212 v. Chr.) sollen die Orgel nach dem Vorbild der
"Panpfeife" (Syrinx) entwickelt haben. Das griechische Wort organon
ist die bekannteste Bezeichnung; aufgrund des wasserbetriebenen Werks
wurde ihr auch der Name hydraulis beigegeben. Gestimmt war
diese nach den griechischen Modi.
Durch die Völkerwanderung, spätestens aber 476 n. Chr. mit
dem Untergang des Weströmischen Reiches, geriet die Orgel im
Westen zunächst in Vergessenheit und wurde von den Kirchoberen
auch strikt abgelehnt, da in den Theatern und im Circus ein von den
Christen abzulehnender Kult zelebriert worden war. Im noch bestehenden
Oströmischen Reich blieb die Orgel erhalten, allerdings auch dort
aus dem sakralen Bereich verbannt. Aus den gleichen Gründen wie in
der frühen Lateinischen Kirche lehnt die Ostkirche die Orgel bis
heute ab.
Erst im Jahr 757 kam durch eine Schenkung Kaiser Konstantins V.
Kopronymos an Pipin den Kleinen die Orgel wieder in den Westen. Der
Frankenkönig ließ diese Orgel in der Kirche in
Compiègne (an der Oise in Franzien) aufstellen und es kam davon
ausgegangen werden, daß von diesem Zeitpunkt an die Orgel den
christlichen Gottesdienst zu erobern begann. Belegt ist dies allerdings
erst für Karl den Großen, der 812 von Kaiser Michael I.
Rhangabe ebenfalls eine Orgel als Geschenk erhielt und diese im
Aachener Dom aufstellen ließ. Nach dieser zweiten Orgelschenkung
fand der Orgelbau und der Gebrauch des Instruments flächendeckende
Verbreitung, vor allem bei christlichen Feierlichkeiten. Aber nicht nur
im sakralen Bereich eroberte die Orgel die Musik. Fahrende Spielleute
nutzten das Portativ, eine kleine, tragbare Orgel mit wenigen Pfeifen
und einem Tonumfang von etwa einer Oktave. Das Positiv war sehr beliebt
in Palästen und Villen reicher Kaufleute. Genutzt wurde auch das
Regal, eine Orgel mit sehr wenigen Pfeifen und geringstem Tonumfang, so
klein gebaut, daß es in einem gut tragbaren Kasten in
Koffergröße transportiert werden konnte. Die Stimmung der
mittelalterlichen Orgeln entsprach den Kirchenmodi.
Den durchschlagendsten Erfolg aber hatte die Orgel in der Nutzung im
sakralen Bereich. Selbst bei Prozessionen konnte das Portativ
mitgetragen oder -gefahren werden. Ab der frühen mehrstimmigen
Musik, die in der musica enchiriadis gelehrt wird, war der
Kirchengesang mit großer Wahrscheinlichkeit von der Orgel
begleitet worden. Weshalb dieser erstaunlich rasch erfolgte Durchbruch
diesem Instrument vor allem in der Kirche gelang, bleibt
ungeklärt. Immerhin warn im antiken Circus viele der
Kirchenheiligen vermutlich unter Orgelklängen gestorben.
Im 15. Jahrhundert entwickelte sich die uns bekannte mehrmanualige und
mit vielen Pfeifen versehene Orgel mit breitem Klangspektrum und
wohltemperiert gestimmt, für die von großen Meistern des 16.
bis 20. Jahrhunderts bedeutende Werke komponiert wurden.
Der aktuelle Titel von Petra Roeder im Verlag Jörg Dendl:
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