| Dendlon.de die Homepage von Jörg Dendl |
Die Kreuzzüge
300
Jahre Kampf um das Heilige Land
von Jörg Dendl |
Letztes Update:
|
Das Zeitalter der Kreuzzüge begann mit der am 27. November
1095 von Papst Urban II. auf dem Konzil von Clermont gehaltenen Rede. Hatte sich Westeuropa
bis dahin weitestgehend nur mit seinen eigenen Angelegenheiten
befaß,t, so kam es nun zum Kontakt mit den orientalischen Staaten
des Nahen Ostens. Dieser Kontakt war allerdings nicht friedlich.
Schon seit mehreren Jahren waren immer wieder Nachrichten über die
Folgen des Vordringens der islamischen Seldschuken nach Kleinasien in
den Westen gedrungen. Das Byzantinische Reich käpfte in seinem
Kernland um das nackte Überleben. Besonders erschreckend für
die mittelalterlichen Menschen war der Umstand, daß hier zum
ersten Mal ein christliches Reich von islamischen Eroberern in seiner
Existenz bedroht wurde.
Im Jahr1071 war das byzantinische Heer unter Kaiser Romanos IV.
bei Mantzikert von den Seldschuken unter Sultan Alp Arslan (Slt.
1063-1073) vernichtend geschlagen worden. Durch die Verdrängung
der Byzantiner aus Anatolien kam die dortige Kirche zwar in
Bedrängnis und der Landweg zu den heiligen Stätten in
Palästina wurde erschwert, doch wurde dieser Umstand
überbewertet. Kaiser Alexios I. Komnenos
konnte zwar einige Erfolge im Kampf verbuchen, mußte sich aber
letztendlich mit den Seldschuken auf dem Vertragswege einigen, da das
ihm zur Verfügung stehende Heer noch immer durch die gewaltigen
Verluste bei Mantzikert, aber auch durch die seiner Thronbesteigung
vorausgegangenen Bürgerkriege geschwächt war. Er hatte die
Hoffnung, seine Truppen durch Söldner aus Westeuropa wieder
auffüllen zu können, ahnte aber nicht, was seine
Gesandtschaft auslösen würde, die auf dem Konzil von Piacenza
im März 1095 um Söldner bat. Zwischen dieser
Gesandtschaft und Papst Urbans II. Rede von Clermont lagen nur wenige Monate, doch hat er,
bewegt vom Bericht der Boten, die Zeit nicht unnütz verstreichen
lassen. Die von ihm entwickelte Idee griff dabei aber weit über
die von Alexios I. erhoffte Hilfe hinaus.
Der Papst sah die Christenheit in ihrer Gesamtheit bedroht. Im Westen
hatten jahrzehntelang die christlichen Fürsten der iberischen
Halbinsel erfolgreich die muslimischen Armeen bekämpft. Diesen
Kampf wollte er nun auch in den Osten tragen. Schon vor dem Konzil von
Clermont muß Urban II. mit Bischof Adhémar von le Puy und
Raimund IV. von Saint Gilles, dem Grafen von Toulouse, der schon im
Kampf gegen die spanischen Mauren Erfahrungen im Heidenkampf sammeln
konnte, Absprachen getroffen haben.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Papst Urban II. in Clermont (1095)
Am 27. November 1095 hielt Papst Urban II. auf dem Konzil von Clermont eine flammende Rede. Jeden Mann, ob arm oder reich, niedrig oder hoch, Ritter oder Fürst, rief er auf, sich an einem Feldzug gegen die Seldschuken zu beteiligen. Als Marschziel nannte er Jerusalem, die Heilige Stadt, in der Jesus Christus den Kreuzestod erlitten hatte und am dritten Tage wiederauferstanden war. Die Stadt war über 400 Jahre zuvor von den Muslimen erobert worden. Erst recht nach der Besetzung durch die Seldschuken konnten die christlichen Pilger nur noch unter großen Schwierigkeiten dorthin. Nun sollte diese heilige Stadt mit Waffengewalt wieder unter die Herrschaft der Christen gebracht werden. Als Antwort auf diese Rede trat als erster Bischof Adhémar vor, um das Kreuz zu nehmen, nur einen Tag später folgte Graf Raimund. Die Zuhörer hatten sich spontan die roten Stoffkreuze an die Kleidung geheftet, gelobten, die Kreuzfahrt zu unternehmen und brachen in den Ruf aus: GOTT WILL ES!, der zum Schlachtruf des Zuges werden sollte.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der "Kreuzzug des Volkes" (1096)
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Kreuzzug der Ritter (1096-1099)
Die Truppen der Fürsten und Ritter brachen am 15. August
1096 auf. Der Rest des Jahres verging unter strapaziösen
Märschen, sodaß die Marschkolonnen um Weihnachten 1096
in Konstantinopel, dem Sammelpunkt der Heere, eintrafen. Das Eintreffen
der ritterlichen Kontingente war nach den Schwierigkeiten mit dem
Volksheer von Seiten der Byzantiner nicht ohne Sorge zu sehen. Alexios
I. versuchte sich die Heere zu sichern, indem er deren Führer
zwang, ihm den Lehnseid zu leisten, der sie verpflichten sollte, alle
ehemals byzantinischen Gebiete, die sie eroberten, an den Kaiser
abzutreten. Er hatte Söldner verlangt und stand nun
souveränen Fürsten gegenüber, die nicht Kleinasien
für ihn zurückerobern wollten, sondern tatsächlich nach
Jerusalem marschieren wollten. Unter den Intrigen der Kreuzfahrer und
den verzweifelten diplomatischen Bemühungen Alexios I. um die
Leistung des Lehnseids durch die Kreuzfahrerfürsten
verzögerte sich der Aufbruch der Heere bis in den April 1097.
Ziel des Marsches war Nikaia, das am 19. Juni 1097 erobert
wurde und so wieder in byzantinische Hand kam. Die Byzantiner hatten
den Kreuzfahrern die blutige Seite des Kampfes überlassen, hatten
aber selbst auf diplomatischem Weg die Eroberung für sich
gesichert.
Die folgenden vier Monate verbrachten die Kreuzfahrer auf dem Marsch
durhc Anatolien. Als die Seldschuken das Kreuzheer bei Dorylaion
aufhalten wollten, konnten sich die Christen in einer gewaltigen
Schlacht aus der Falle befreien. Der Weg nach Ikonium war frei. doch
mu§te das Heer durch die wasserlose Weite des anatolischen
Hochlandes ziehen. Die Verluste durch Hunger, Durst und die pausenlosen
Angriffe seldschukischer Streifscharen waren gewaltig.
Durch diese Lage zu Umwegen gezwungen, trafen sie erst Ende September
in Caesarea ein. Am 21. Oktober 1097 stand das Heer endlich vor
Antiochia. Die Belagerung der schwer befestigten Stadt zog sich hin.
Als Kerboga von Mosul zum Entsatz heraneilte, mußten die
Kreuzfahrer handeln. Boemund von Tarent hatte einen Verräter in
Antiochia gefunden, der die Ritter am 3. Juni 1098 in die Stadt
einließ. Als Kerbogas Heer eintraf, saßen die Kreuzfahrer
schon in der Stadt. Nun mußten sie die Belagerung ertragen, die
zu einer katastrophalen Versorgungslage in der Stadt führte. Als
einzige Rettung sah man schlißlich einen gewaltigen Ausfall an.
Dieser gelang am 26. Juni 1098 und führte zur heillosen
Flucht des muslimischen Heeres. Am 1. August 1098 starb Bischof
Adhémar. Das Heer zog am 13. Januar 1099 weiter in
Richtung Süden.
Der Marsch auf Jerusalem wurde so geführt, daß
Auseinandersetzungen mit den muslimischen Fürsten vermieden
wurden. Zahlreiche Städte und Burgen blieben unerobert. Über
Beirut, Sidon, Tyrus, Akkon, Haifa und Jaffa zog das Kreuzheer voran.
Am 6. Juni 1099 wurde Bethlehem erreicht und am 7. Juni 1099
erblickten die Ritter und Pilger zum ersten Mal im Glanz der
Morgensonne die Mauern und Kuppeln Jerusalems. Die Opfer waren
maßlos gewesen, viele waren auf dem Zug gefallen, waren
verhungert, verdurstet und erfroren, aber zahllose andere hatten
grausame Verbrechen begangen, hatten sich bereichert und Eide
gebrochen. Dieses Heer aus frommen Pilgern und Strauchdieben,
Fürsten und Söldnern, machte sich nun daran, die heiligste
Stadt der Christenheit zu belagern.
Die einzelnen Abteilungen des Christenheeres begaben sich in die
für einen Generalangriff günstigsten Ausgangspositionen. Ein
Teil des Heers, geführt von Herzog Gottfried von Bouillon, lagerte
sich nördlich der Stadt. Graf Raimund von Toulouse und seine
provencalischen Truppen lagerten sich erst im Westen, dann im
Süden. Diese Aufteilung zeigt auch die Konkurrenz zwischen den
beiden Fürsten. Jeder von ihnen träumte davon, in dieser
Stadt herrschen zu können. Schon am 13. Juni 1099
versuchten sie einen ersten Sturm auf die Mauern der Stadt, doch wurde
dieser abgewehrt. Erst nach einer fünfwöchigen Belagerung und
dem Bau dreier Belagerungstürme begann in der Nacht vom 13.
auf den 14. Juli 1099 ein erneuter Generalangriff auf die
Stadt. Es gelang, eine Bresche in die Nordmauer zu schlagen, doch
gelang es nicht, durch diese einzudringen. Und so war erst drei Tage
später die Möglichkeit gegeben, die Stadt in die Hand zu
bekommen.
Am frühen Morgen des 15. Juli 1099 eröffneten die
Kreuzfahrer von Norden und Süden her den Angriff. Leitern wurden
an die Mauern gelegt, Katapulte schleuderten Steine und Brandsätze
in die Stadt. Doch die Belagerten wehrten sich mit allen Mitteln.
Vierzehn Katapulte beschossen die Belagerungstürme und
Kriegsmaschinen der Christen. Allein neun davon nahmen den
Belagerungsturm von Graf Raimund unter Beschuss, die fünf anderen
konzentrierten sich im Norden geegn Herzog Gottfrieds Turm. Dort kam es
beinahe zur Katastrophe: ein besonders gut gezielter Schuß
tötete einen frt Gefährten des Herzogs und dieser selbst
konnte sich nur mit höchster Not retten. Während aber
Gottfried eigenhändig seinen Turm wieder instandsetzte, gelang es
den Muslimen, Graf Raimunds Turm so schwer zu beschädigen,
daß er von der Mauer abgezogen werden mußte.
Im Norden der Stadt rüchte der Turm dagegen immer näher an
die Mauer. Alle Bemühungen, diesen in Brand zu setzen, schlugen
fehl, sodaß schließlich gegen Mittag der Brückenschlag
in der Nähe des heutigen Herodestores gelang. Im Schutz des Qualms
eines brennenden Turms der Stadtbefestigung schoben die Ritter Herzog
Gottfrieds lange Balken hinüber zur Mauerkrone. Dann stürmten
als erste die flämischen Ritter Engelbert und Letold von Tournai
hinüber. Vom Rauch bedrängt waren die muslimischen
Verteidiger von der Mauer geflohen. Die Katapulte nutzten nichts mehr,
die Steine flogen über den Belagerungsturm hinweg. Nun setzten
durch das geöffnete Damaskustor und die Mauerbresche die
übrigen Kreuzfahrer nach. Ungezählte Massen von Kämpfern
und Pilgern strömten in die Heilige Stadt. Graf Raimund hatte den
Angriff im Süden aufgegeben. Er verhandelte mit den letzten Resten
der fatimidischen Garnison in der Zitadelle neben dem Jaffator. Unter
Zusicherung ihrer eigenen Sicherheit ließen die Muslime die
Provencalen in die Stadt ein. Der Graf besetzte die Zitadelle.
Die durch die Mauerbresche eingedrungene vieltausendkšpfige Menge
stürmte zum Tempelplatz. Dort hob ein unsagbares Gemetzel an,
wobei rücksichtslos alle Muslime getötet wurden. Die
Chronisten schilderten später mit Entsetzen das Vorgehen der
Christen.
Erst zum Abend hin beruhigte sich der Schlachtenlärm. Die
Fürsten begaben sich in einer Prozession zur Grabeskirche,
begleitet von Psalmen singenden Pilgern. Die überlebenden Christen
der Stadt geleiteten sie zum Grab Christi. Nach diesem Tag das Mordens
und Plünderns sangen die Sieger die Auferstehungsmesse. Das
Gewissen regte sich erst später, und es waren die Mahner in
Europa, die einen solchen Kampf an heiliger Stätte
mißbilligten.
Um den Erfolg zu sichern wählte man am Ende der Kämpfe
Gottfried von Bouillon zum ersten König von Jerusalem. Eine letzte
Schlacht gegend en ägyptischen Wesir al-Afdal (Ws. 1094-1121) ging
am 21. August 1099 zu Gunsten der Kreuzfahrer aus. Sie hatten
ihre Eroberung gesichert.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die Kreuzfahrer im Hl. Land
Neben der Begründung des Königreichs Jerusalem war es in
Verlauf des Ersten Kreuzzugs noch zu weiteren christlichen
Staatsgründungen gekommen. Tankred, der Neffe Boemunds von Tarent,
hatte Tarsus erobert, das aber Balduin von Boulogne, der Bruder
Gottfrieds von Bouillon, für sich beanspruchte. Schließlich
wandte sich Balduin nach Edessa, das er durch sein geschicktes
Taktieren mit Toros, dem Herrn der Stadt, schnell für sich
gewinnen konnte. Er übernahm die Herrschaft am 10. März
1098. Antiochia war in der Hand Boemunds von Tarent geblieben, was
ihm am 5. November 1098 durch den Fürstenrat
bestätigt worden war. Tankred schließlich begründete
nach der Eroberung Jerusalems das Fürstentum Galilea.
So war inmitten des muslimischen Machtbereichs eine christliche Enklave
entstanden, die in den nächsten fast 300 Jahren die Politik des
Nahen Ostens bestimmen sollte. Der große Erfolg, aber auch die
Bitten um Ersatz für die heimkehrenden Kreuzfahrer, führte zu
einem Heerzug in den Nahen Osten, der allerdings scheiterte. Zwei
Heersälen machten sich auf den Weg. Die Lombarden erreichten im
Frühjahr 1101 Konstantinopel, marschierten dann nach
Nikomedia, um sich mit Stephan von Blois und den Burgundern zu
vereinigen und stießen nach Merzifon im nördlichen Anatolien
vor. Mitte Juli 1101 wurden sie in einer mehrtägigen
Schlacht von den vereinten Heeren Qilidsch Arslans, der Danischmendiden
und Ridwans von Aleppo aufgerieben. Das zweite Heer unter Graf Wilhelm
von Nevers geriet im September 1101 bei Heraclea in einen
türkischen Hinterhalt und wurde ebenfalls vernichtet. Die Reste
des Kreuzheeres retteten sich nach Antiochia, von wo sie sich auf den
Weg nach Jerusalem machten. Das Vorhaben war kläglich gescheitert.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Zweite Kreuzzug (1147-1149)
Der äßere Anlaß des Zweiten Kreuzzuges
(1147-1149) war die Eroberung Edessas durch Zengi am 24.
Dezember 1144. Papst Eugen III. (PM 1145-1153) erließ ein
Jahr später am 1. Dezember 1145 die Bulle "Quantum
praedecessores", die erste päpstliche Kreuzzugsbulle, mit der er
vor allem in Frankreich für einen neuen Kreuzzug werben wollte.
Die Reaktion bei der französischen Adressaten war nur schwach.
Erst als Bernhard von Clairvaux in die Kreuzzugswerbung eingriff,
stellte sich der Erfolg ein. Der Papst hatte ihm die alleinige
Kreuzzugspredigt nördlich der Alpen übertragen, wo es nach
einem ersten vergeblichen Anlauf gelang, auch König Konrad III. im
Dezember 1146 für den Kreuzzug zu gewinnen. Im Mai 1147
erfolgte in Deutschland der Aufbruch. Schon auf dem Weitermarsch von
Konstantinopel nach Süden stellten sich erste Schwierigkeiten ein.
Das Heer Konrads III. wurde im Oktober 1147 bei Dorylaeum von
den Seldschuken geschlagen und floh nach Nikaia. Auch die von Bischof
Otto von Freising geführten Truppen wurden bei Laodicea
vernichtend geschlagen. Von den französischen Kontingenten erzwang
Kaiser Manuel Komnenos den Lehnseid. Diese vereinigten sich
schließlich in Nikaia mit den Resten der Truppen Konrads III.
Aber auch die Franzosen erlitten 1148 eine schwere Niederlage
vor Laodicea. Schließlich trafen Ludwig VII. und Konrad III. in
Akkon zusammen. In einer am 24. Juni 1148 abgehaltenen Sitzung
der Haute Cour wurde beschlossen, den Kreuzzug nach Damaskus zu
führen. Edessa konnte wegen der nun zu großen Entfernung
nich mehr erreicht werden. Die Belagerung von Damaskus begann am 24.
Juli 1148, mußte aber bald wieder aufgegeben werden. Das Heer
hatte sich in eine zu ungünstige Situation manövriert. Konrad
III. reiste am 8. September 1148 ab und derfranzösische
König folgte ihm Ostern 1149. Damit war der Kreuzzug
erfolglos beendet. Lediglich eine Gruppe englischer, flämischer
und friesischer Kreuzfahrer hatte auf dem Weg einen Erfolg errungen,
indem sie den Mauren Lissabon entrissen hatte.
Nach diesem Mißerfolg hatte sich in Europa eine weitgehende
Kreuzzugsmüdigkeit breitgemacht. Erst die katastrophale Niederlage
des Christenheeres bei Hattin am 4. Juli 1187 und der
anschließende Verlust Jerusalems am 2. Oktober 1187
konnten das Interesse wieder wecken.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Dritte Kreuzzug (1187-1192)
Am 29. Oktober 1187 erließ Papst Gregor VIII. seine Kreuzzugsenzyklika "Audita tremendi", mit der er zum Dritten Kreuzzug (1187-1192) aufrief. Die größten Herrscher dieser Zeit fühlten sich berufen, dem Aufruf Folge zu leisten. Richard Löwenherz und König Philipp II. Augustus von Frankreich nahmen am 21. Januar 1188 in Gisors das Kreuz. Kaiser Friedrich I. Barbarossa schlooß sich ihnen erst im März 1188 an. Das deutsche Kreuzheer brach am 11. Mai 1189 von Regensburg auf. Neben dem Kaiser nahmen auch Landgraf Ludwig VII. von Thüringen und Herzog Leopold V. von Österreich teil. Am 18. Mai 1190 errang das deutsche Heer bei Ikonion einen großen Sieg über die turkmenischen Truppen. Das so erfolgversprechende Unternehmen kam zu einem plötzlichen Ende, als der Kaiser am 10. Juni 1190 beim Bad im Fluß Salef zu Tode kam. Nur ein Teil des Heeres blieb im Orient und marschierte unter der Führung Herzog Friedrichs nach Antiochia. Schließlich traf es, stark dezimiert durch Krankheiten, am 7. Oktober 1190 vor Akkon ein. Die Stadt wurde schon seit dem 28. August 1190 belagert. Es gelang in diesem Jahr zwar nicht, Akkon zu erobern, aber durch den ständigen Zuzug war das Kreuzzug stark genug, sich gegen die Entsatzversuche Sultan Saladins sowie gegen die Ausfälle der Belagerten zu behaupten. Endlich traf am 20. April 1191 König Philipp II. Augustus von Frankreich ein, Richard Löwenherz folgte am 8. Juni 1191. Mit der Unterstützung durch die französischen Belagerungsmaschinen gelang es den Kreuzfahrern, am 12. Juli 1191 die Kapitulation der Stadt zu erzwingen. Richard Löwenherz setzte seine Kämpfe gegen das von Auflösung dezimierte Heer Saladins fort, wobei es ihm gelang, den für eine spätere Rückeroberung Jerusalems so wichtigen Hafen Jaffa am 7. September 1191 zu erobern. Doch diese Hafenstadt ging schon im Sommer 1192 wieder verloren. Richards Auseinandersetzungen mit Saladin endeten in einem Waffenstillstand über drei Jahre, der am 2. September 1192 geschlossen wurde. Schon am 9. Oktober 1192 kehrte Richard Löwenherz dem Hl. Land den Rücken.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Kreuzzug Kaiser Heinrichs VI. (1195-1197)
Kaiser Heinrich VI. (Ks. 1190-1197) trat nicht allein als Herrscher
das Erbe seines Vaters Friedrich I. Barbarossa (Ks. 1152-1190) an. Auch
als Kreuzfahrer wollte er in die Fu§stapfen seines Vaters treten.
Das Kreuzzugsprojekt gehšrte dabei zu seinem Projekt, die
Kaiserherrschaft zu einer Weltmonarchie zu machen. Kšnig Richard I.
Lšwenherz von England (Kg. 1189-1199) hatte England von ihm zu Lehen
nehmen mŸssen, auch unterwarf sich Leo II. von Kleinarmenien als
Lehnsmann, hinzu kam die Kršnung Heinrichs VI. zum Kšnig des
sŸditalienischen Normannenreiches im Jahr 1194 und die Verlobung seines
Bruders Philipp von Schwaben mit Irene, der Tochter des Basileus Isaak
II. Angelos. Kšnig Amalrich von Zypern huldigte dem Kaiser.
Am Osterfest des Jahres 1195 nahm Heinrich VI. das Kreuz.
Dieser Entschluß wurde von Papst Cölestin III. in einem
Brief vom 27. April 1195 an den Kaiser gelobt. Ein Kreuzzugsaufruf des
Papstes folgte im Juli 1195. Doch das VerhŠltnis zwischen Kaiser und
Papst blieb angespannt, im Jahr 1196 verweigerte er Heinrich
VI. eine Unterredung, veranlaßte aber die Kreuzpredigt in
Deutschland.
Im Mai 1197 sammelten sich die ersten Kreuzfahrer in Sizilien.
Sie wurden bei der Niederwerfung eines vom Papst unterstützten
Aufstands der normannischen Barone Siziliens eingesetzt, käpften
also gegen Christen, der erste deutliche Mißbrauch eines
Kreuzzugsheeres. Die von Heinrich von Brabant geführten Truppen
trafen schließlich im August 1197 in Akkon ein. Als
Heinrich von der Champagne am 10. September 1197 durch einen
Fenstersturz zu Tode kam, Ÿbernahm Heinrich von Brabant im Hl. Land die
Regierungsgewalt. Am 20. September 1197 traf ein weiteres
deutsches Heer unter der Führung von Erzbischof Konrad von Mainz
ein. Schon im folgenden Monat konnten diese Truppen das von den
Muslimen schon aufgegebene Sidon und Beirut besetzen (24. Oktober
1197), womit die Landverbindung zwischen Akkon und der Grafschaft
Tripolis wiederhergestellt war. Die im November 1197 folgende
Belagerung von Toron führte nicht zum Erfolg. Zwar war die Stadt
zunŠchst zur Übergabe bereit, doch verlangten die Kreuzfahrer die
bedingungslose Kapitulation. Dies hätte für die muslimischen
Verteidiger maßlose Greuel bedeutet. Als schließlich auch
noch ein Entsatzheer aus Ägypten herannahte, erfuhren die
Belagerer, daß Kaiser Heinrich VI. schon im September in Messina
am Sumpffieber gestorben war. Diese Nachricht und die Bedrohung durch
das muslimische Heer bewog sie zur Aufgabe der Belagerung. Am 2.
Februar 1198 war das ägyptische Heer heran, doch das
schlachtbereite deutsche Heer wurde kopflos, als Gerüchte
umgingen, die Barone seien geflohen. In aller Eile brachen die Truppen
nach Tyros auf, von wo sie schon wenige Tage später nach Europa
einschifften. Der einzige Erfolg dieses Kreuzzuges war die
Rückeroberung Beiruts.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Vierte Kreuzzug (1198-1204)
Mit dem Vierten Kreuzzug (1198-1204) erlebte die
Kreuzzugsbewegung ihren Tiefpunkt. Im August 1198 proklamierte
der neue Papst Innozenz III. einen Kreuzzug, wobei er sich gezielt an
die hohe Geistlichkeit, den Hochadel und die italienischen
Seestädte wandte. Im November 1199 wurden die ersten
Kontingente formiert. Das Kreuz nahmen die Grafen Theobald von der
Champagne und Ludwig von Blois, sowie der Marschall der Champagne,
Gottfried de Villehardouin. Des weiteren schlossen sich dem Zug Graf
Balduin von Flandern und Hennegau sowie weitere französische
Adelige an.
In einem Geheimvertrag mit Venedig wurde Ägypten als Kriegsziel
festgesetzt. Tatsächlich wäre ein entscheidender
Vorstoß gegen Jerusalem nur möglich gewesen, wenn zuvor das
Zentrum der Aiubiden zerschlagen worden wäre. In Venedig kamen
aber nur 11000 Kreuzfahre zusammen, zuwenige, um den festgesetzten
Transportpreis aufzubringen. Nun bot der Doge Enrico Dandolo an, dem
Heer zu helfen, wenn es sich bereitfände, die Stadt Zara zu
erobern. Dies geschah am 24. November 1202. Zum ersten Mal
hatte sich ein Kreuzzugsheer gegen eine christliche Stadt gewandt. In
Zara stießen Gesandte König Philipps von Schwaben zum Heer,
die den Vorschlag machten, den Kreuzzug gegen Konstantinopel zu wenden,
um dort Alexios V. auf den Thron zu helfen. Trotz aller Proteste aus
den eigenen Reihen warf die Kreuzfahrerflotte am 24. Juni 1203
Anker gegenüber von Konstantinopel.
Der Angriff wurde gegen die Stadt vorgetragen, die am 13. April 1204
den Kreuzfahrern in die Hände fiel. Die folgenden drei Tage sahen
die Schrecken einer maßlosen Plünderung. Was bis zu diesen
Tagen an antiken Kunstschätzen und Reliquien erhalten geblieben
war, wurde nun geraubt oder zerstört. Die Venezianer warn am Ziel,
sie hatten ihren mächtigsten Rivalen im östlichen Mittelmeer
zerschlagen. Auf die Eroberung folgte das kurze Zwischenspiel des
"Lateinischen Kaisertums von Byzanz".
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Kinderkreuzzug (1212)
In der allgemeinen Kreuzzugsbegeisterung der ersten Jahre des 13. Jahrhunderts kam es im Jahr 1212 zum Kinderkreuzzug. Diese Bewegung hatte ihren Ursprung in den Rheinländern und in Niederlothringen. Tausende von Kindern und Jugendlichen zogen südwärts nach Italien, wo sie am 25. August 1212 in Genua eintrafen. Einige wurden auf Schiffe verladen und in die Sklaverei verkauft. Die meisten kehrten unter weiteren großen Verlusten durch die Strapazen des Marsches über die Alpen nach Hause zurück.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Fünfte Kreuzzug (1217-1221)
Nochmals warb Papst Innozenz III. mit seiner Bulle "Quia maior"
für einen Kreuzzug. Dieser Fünfte Kreuzzug (1217-1221)
brach im August 1217 von Split aus auf. Geführt wurde
dieser Zug von Herzog Leopold VI. von Österreich und König
Andreas von Ungarn. Die in Akkon angelandeten Truppen unternahmen zwar
einige Aktionen gegen die Sarazenen, konnten aber keinen entscheidenden
Erfolg erringen. Erst nach dem Eintreffen weiterer Verbände wurde
ein Feldzug gegen die ägyptische Stadt Damiette beschlossen. Ende Mai
1218 wurde das Lager der Kreuzfahrer gegenüber der Stadt
aufgeschlagen. Der strategisch wichtige "Kettenturm" konnte am 24.
August 1218 erobert werden. Die weiteren Kämpfe zogen sich
hin.
Das Heer wurde durch Pelagius gespalten, es war aber möglich,
einen Angriff al-Kamils auf das Lager abzuwehren. Schließlich
konnten die Kreuzfahrer am 5. Februar 1219 Damiette einkreisen.
Der Sultan bot in dieser Situation die Rückgabe Jerusalems an, was
aber an Pelagius scheiterte. Daraufhin nahm der Sultan den Kampf wieder
auf. Die Lage in Damiette wurde aber unhaltbar, sodaß die
Kreuzfahrer die Stadt am 5. Februar 1219 besetzen konnten. Nun
versuchten sie sich an weiteren militärischen Operationen in
Ägypten. Im August 1221 vereinigten sich aber die drei
aiubidischen Brüder und scnitten das Frankenheer von Damiette ab.
Am 27. August 1221 erzwang al-Kamil die Rämung
Ägyptens und konnte am 8. September 1221 als Sieger in
Damiette einziehen.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Sechste Kreuzzug (1228-1229)
Der Sechste Kreuzzug (1228-1229) war der Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. Schon im Jahr 1225 hatte er dieses Unternehmen gelobt, doch hielten ihn die politischen Umstände immer wieder von der Ausführung des Vorhabens ab. Große Hoffnungen wurden in die Hochzeit des Kaisers mit Isabella von Brienne, der Erbin der Krone des Königreichs Jerusalem, gesetzt. Doch dauerte es bis 1228, daß Friedrich II. aufbrach. Am 29. September 1228 wurde er durch Papst Gregor IX. gebannt. Dies hielt den Kaiser aber nicht davon ab, am 28. Juni 1228 ins Hl. Land aufzubrechen. Gleich nach der Landung bemühte sich Friedrich II. um eine politische Lösung der Jerusalem-Frage. Schließlich schloß er am 18. Februar 1229 einen Friedensvertrag mit Sultan al-Kamil, der ihm Jerusalem überließ. Am 18. März 1229 ging Friedrich II. in der Grabeskirche unter der Krone Jerusalems. Die politische Lage in Italien zwang den Kaiser aber, am 1. Mai 1229 das Hl. Land überstürzt zu verlassen.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Siebte Kreuzzug (1248-1254)
Der Erfolg Friedrichs II. sollte nicht lange vorhalten. Schon im Jahr 1241 ging Jerusalem für die Christenheit endgültig verloren, nie wieder sollte die Stadt Teil eines christlichen Herrschaftsgebietes sein. Als Papst Innozenz IV. im Jahr 1245 für den Siebenten Kreuzzug (1248-1254) warb, hatte er zunächst keinen Erfolg. Schon im Dezember 1245 hatte allerdings König Ludwig d. Hl. von Frankreich das Kreuz genommen. Sein Ziel war Damiette, das er am 5. Juni 1249 erreichte. Die Truppen rückten in Richtung Kairo vor und gelangten Mitte Dezember 1249 bei al-Mansura an. Es gelang zwar, am 8. Februar 1250 den Nilübergang zu erzwingen, aber in al-Mansura erlitten die Kreuzfahrer eine schmähliche Niederlage. Von den ägyptischen Truppen bedrängt kapitulierte das Heer am 6. April 1250 auf dem halben Weg nach Damiette. Der König geriet in Gefangenschaft, aus der er sich durch die Übergabe Damiettes löste. Am 8. Mai 1250 segelte Ludwig nach Akkon ab, von wo aus er das Hl. Land regierte, bis er am 24. April 1254 die Heimreise antrat.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die Mongolen
In der Zwischenzeit war den Kreuzfahrerstaaten mit dem Vordringen der Mongolen die Hoffnung entstanden, daß sich hinter dem Rücken der islamischen Feinde ein neuer Verbündeter finden ließe. Doch die hochgespannten Erwartungen erwiesen sich als falsch. Die Armenier schlossen einen Bund mit den Mongolen und halfen diesen bei der Eroberung Aleppos. Das Königreich Jerusalem zeigte starke Auflösungserscheinungen. Die Einzelinteressen überwogen, wodurch keine einheitliche Politik mehr zustande kam. Auch hatte es in Ägypten einen Umsturz gegeben, der die Mamluken zur Herrschaft brachte. Aus diesen ging Sultan Baibars hervor. Nach sorgfältigen Vorbereitungen schlug er 1263 gegen das Königreich Jerusalem los. Der Höhepunkt seines Eroberungszuges war die Einnahme von Antiochia im Jahr 1272. (Eine ausführlichere Darstellung finden Sie HIER.)
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Achte Kreuzzug (1270)
Schon im Jahr 1265 hatte Ludwig d. Hl. unter dem Eindruck der Ereignisse das Kreuz erneut genommen. Dieser Achte Kreuzzug (1270) hatte jedoch keinen Erfolg. König Ludwig wollte gegen Tunis ziehen, wo er am 25. August 1270 im Feldlager starb. Der Kreuzzug wurde daraufhin am 1. November 1270 von Karl von Anjou abgebrochen.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Das Ende des Königreiches Jerusalem
Dem Königreich Jerusalem waren noch 21 Jahre vergönnt. Zu neuerlichen Kreuzzügen kam es nicht mehr, wenn auch Papst Gregor X. sich darum bemühte. Im Jahr 1277 starb Sultan Baibars und Qalawun folgte ihm im Amt. Dieser begann entgegen allen bestehenden Verträgen mit den Franken einen rücksichtslosen Feldzug, dem in schneller Folge alle fränkischen Besitzungen zum Opfer fielen. 1290 rückte er gegen Akkon vor. Am 6. April 1291 begann die Belagerung, am 15. Mai 1291 fiel die Mauer. Der 18. Mai 1291 brachte den Belagerten das Ende, während die Templer noch bis zum 28. Mai 1291 in ihrem Haus aushielten, wo sie unter heftiger Gegenwehr niedergemacht wurden. Tyrus kapitulierte am 19. Mai 1291. Der letzte fränkische Stützpunkt, die Insel Ruad, rämten die Templer im Jahr 1303. Mit dem völligen Untergang der Kreuzfahrerstaaten war die Zeit der Kreuzzüge ins Hl. Land zuende.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
![]() |
Machen Sie eine Tour | ![]() |
| Menue Links Jörg Dendl Update-Info Presseschau |
| Zurück zum Seitenanfang | Zurück zum Inhaltsverzeichnis | Zurück zur Startseite |