Die Kreuzzüge300 Jahre Kampf um das Heilige Landvon Jörg Dendl Update: 01. Februar 2012 |
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Das Zeitalter der Kreuzzüge begann mit der am
27. November 1095 von Papst Urban
II. auf dem Konzil von Clermont
gehaltenen Rede. Hatte sich Westeuropa bis dahin
weitestgehend nur mit seinen eigenen Angelegenheiten
befaßt, so kam es nun zum Kontakt mit den
orientalischen Staaten des Nahen Ostens. Dieser
Kontakt war allerdings nicht friedlich. Schon seit mehreren Jahren waren immer wieder
Nachrichten über die Folgen des Vordringens der
islamischen Seldschuken nach Kleinasien in den Westen
gedrungen. Das Byzantinische Reich käpfte in
seinem Kernland um das nackte Überleben.
Besonders erschreckend für die mittelalterlichen
Menschen war der Umstand, daß hier zum ersten
Mal ein christliches Reich von islamischen Eroberern
in seiner Existenz bedroht wurde. Im Jahr1071 war das byzantinische Heer
unter Kaiser Romanos IV. bei Mantzikert von den
Seldschuken unter Sultan Alp Arslan (Slt. 1063-1073)
vernichtend geschlagen worden. Durch die
Verdrängung der Byzantiner aus Anatolien kam die
dortige Kirche zwar in Bedrängnis und der Landweg
zu den heiligen Stätten in Palästina wurde
erschwert, doch wurde dieser Umstand
überbewertet. Kaiser Alexios I.
Komnenos konnte zwar einige Erfolge im Kampf
verbuchen, mußte sich aber letztendlich mit den
Seldschuken auf dem Vertragswege einigen, da das ihm
zur Verfügung stehende Heer noch immer durch die
gewaltigen Verluste bei Mantzikert, aber auch durch
die seiner Thronbesteigung vorausgegangenen
Bürgerkriege geschwächt war. Er hatte die
Hoffnung, seine Truppen durch Söldner aus
Westeuropa wieder auffüllen zu können, ahnte
aber nicht, was seine Gesandtschaft auslösen
würde, die auf dem Konzil von Piacenza im März
1095 um Söldner bat. Zwischen dieser
Gesandtschaft und Papst Urbans II.
Rede von Clermont lagen nur
wenige Monate, doch hat er, bewegt vom Bericht der
Boten, die Zeit nicht unnütz verstreichen lassen.
Die von ihm entwickelte Idee griff dabei aber weit
über die von Alexios I.
erhoffte Hilfe hinaus. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Papst Urban II. in Clermont (1095) Am 27. November 1095 hielt Papst Urban II. auf dem Konzil von Clermont eine flammende Rede. Jeden Mann, ob arm oder reich, niedrig oder hoch, Ritter oder Fürst, rief er auf, sich an einem Feldzug gegen die Seldschuken zu beteiligen. Als Marschziel nannte er Jerusalem, die Heilige Stadt, in der Jesus Christus den Kreuzestod erlitten hatte und am dritten Tage wiederauferstanden war. Die Stadt war über 400 Jahre zuvor von den Muslimen erobert worden. Erst recht nach der Besetzung durch die Seldschuken konnten die christlichen Pilger nur noch unter großen Schwierigkeiten dorthin. Nun sollte diese heilige Stadt mit Waffengewalt wieder unter die Herrschaft der Christen gebracht werden. Als Antwort auf diese Rede trat als erster Bischof Adhémar vor, um das Kreuz zu nehmen, nur einen Tag später folgte Graf Raimund. Die Zuhörer hatten sich spontan die roten Stoffkreuze an die Kleidung geheftet, gelobten, die Kreuzfahrt zu unternehmen und brachen in den Ruf aus: GOTT WILL ES!, der zum Schlachtruf des Zuges werden sollte. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Der "Kreuzzug des Volkes" (1096) Schon Monate zuvor waren, angefeuert durch die flammenden Predigten des Einsiedlers Peter von Amiens, Tausende von einfachen Leuten aus verschiedenen Teilen Frankreichs und des Hl. Römischen Reiches zur Befreiung des Hl. Grabes von den Heiden aufgebrochen. Die von Graf Emicho von Leiningen geführten Horden zogen gegen die Städte des Rheinlandes, in denen große jüdische Gemeinden ansässig waren. In Trier, Mainz, Köln, Worms und anderen Städten, im Osten des Deutschen Reiches auch in Regensburg und selbst in Prag wurden die Juden brutal überfallen und gnadenlos niedergemetzelt. Es ging nicht um Plünderung, um Geldbeschaffung. Den Mordbanden galten die Juden als "Feinde Christi". Wenn nun schon der Kreuzzug gegen die Ungläubigen im Nahen Osten gehen sollte, wollte man die Heimat nicht verlassen, ohne sich an den Juden gerächt zu haben. Den Metzeleien konnte von keiner weltlichen oder kirchlichen Macht ein Ende gesetzt werden. Die Bischöfe hatten nicht die Macht und den Einfluß, sich dem Heer der besitzlosen entgegenzustellen. Die Schlachtruf "Taufe oder Tod" war für die glaubenstreuen Juden keine Wahl. Zahllose Juden begingen Selbstmord, töteten selbst ihre Familien-angehörigen, damit diese nicht von den rasenden Christen geschändet oder zwangsgetauft würden. Die Chroniken der überlebenden Gelehrtebn sind voll von grauenhaften Berichten über die Ausschreitungen. Doch konnten die Mörder nicht triumphieren. Als sie ihren Weg nach Konstantinopel fortsetzen wollten und dazu das Ungarische Reich betraten, ließ König Koloman von Ungarn sie zwar in sein Land ein, war aber schon von Anfang an mißtrauisch. Als es auch in Ungarn zu Plünderungen und unmenschlichen Greueln kam, ließ er die Kreuzfahrer kurzerhand niedermachen. Nur wenige entkamen. Peter von Amiens und Walter Sansavoir waren inzwischen mit ihrem Gefolge von Armen nach einigen Schwierigkeiten sicher nach Konstantinopel gelangt. Kaiser Alexios I. war entsetzt, als er sich den zerlumpten Haufen, die kaum richtig bewaffnet waren, gegenübersah. Mit einem solchen Heer konnte er nichts anfangen. Niemals würden diese "Kreuzfahrer" gegen die Seldschuken bestehen können. Doch Peter von Amiens und seine Anhänger bestanden auf dem Weitermarsch. Alexios I. ließ sie am 6. August 1096 über den Bosporus setzen. Als sie allerdings den Boden Kleinasiens betreten hatten, scheiterte der Kreuzzug des Volkes kläglich. Sie unternahmen einige Überfälle auf seldschukisches Gebiet, was allerdings dazu führte, daß das gesamte Volksheer am 21. Oktober 1096 bei Xerigordon von den Seldschuken aufgerieben wurde. Nur wenige, darunter Peter von Amiens, überlebten das Massaker. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Der Erste Kreuzzug (1096-1099) Die Truppen der Fürsten und Ritter brachen am 15. August 1096 auf. Der Rest des Jahres verging unter strapaziösen Märschen, sodass die Marschkolonnen um Weihnachten 1096 in Konstantinopel, dem Sammelpunkt der Heere, eintrafen. Das Eintreffen der ritterlichen Kontingente war nach den Schwierigkeiten mit dem Volksheer von Seiten der Byzantiner nicht ohne Sorge zu sehen. Alexios I. versuchte sich die Heere zu sichern, indem er deren Führer zwang, ihm den Lehnseid zu leisten, der sie verpflichten sollte, alle ehemals byzantinischen Gebiete, die sie eroberten, an den Kaiser abzutreten. Er hatte Söldner verlangt und stand nun souveränen Fürsten gegenüber, die nicht Kleinasien für ihn zurückerobern wollten, sondern tatsächlich nach Jerusalem marschieren wollten. Unter den Intrigen der Kreuzfahrer und den verzweifelten diplomatischen Bemühungen Alexios I. um die Leistung des Lehnseids durch die Kreuzfahrerfürsten verzögerte sich der Aufbruch der Heere bis in den April 1097. Ziel des Marsches war Nikaia, das am 19. Juni 1097 erobert wurde und so wieder in byzantinische Hand kam. Die Byzantiner hatten den Kreuzfahrern die blutige Seite des Kampfes überlassen, hatten aber selbst auf diplomatischem Weg die Eroberung für sich gesichert. Die folgenden vier Monate verbrachten die Kreuzfahrer auf dem Marsch durhc Anatolien. Als die Seldschuken das Kreuzheer bei Dorylaion aufhalten wollten, konnten sich die Christen in einer gewaltigen Schlacht aus der Falle befreien. Der Weg nach Ikonium war frei. doch mu§te das Heer durch die wasserlose Weite des anatolischen Hochlandes ziehen. Die Verluste durch Hunger, Durst und die pausenlosen Angriffe seldschukischer Streifscharen waren gewaltig. Durch diese Lage zu Umwegen gezwungen, trafen sie erst Ende September in Caesarea ein. Am 21. Oktober 1097 stand das Heer endlich vor Antiochia. Die Belagerung der schwer befestigten Stadt zog sich hin. Als Kerboga von Mosul zum Entsatz heraneilte, mußten die Kreuzfahrer handeln. Boemund von Tarent hatte einen Verräter in Antiochia gefunden, der die Ritter am 3. Juni 1098 in die Stadt einließ. Als Kerbogas Heer eintraf, saßen die Kreuzfahrer schon in der Stadt. Nun mußten sie die Belagerung ertragen, die zu einer katastrophalen Versorgungslage in der Stadt führte. Als einzige Rettung sah man schlißlich einen gewaltigen Ausfall an. Dieser gelang am 26. Juni 1098 und führte zur heillosen Flucht des muslimischen Heeres. Am 1. August 1098 starb Bischof Adhémar. Das Heer zog am 13. Januar 1099 weiter in Richtung Süden. Der Marsch auf Jerusalem wurde so geführt,
daß Auseinandersetzungen mit den muslimischen
Fürsten vermieden wurden. Zahlreiche
Städte und Burgen blieben unerobert. Über
Beirut, Sidon, Tyrus, Akkon, Haifa und Jaffa zog das
Kreuzheer voran. Am 6. Juni 1099 wurde
Bethlehem erreicht und am 7. Juni 1099
erblickten die Ritter und Pilger zum ersten Mal im
Glanz der Morgensonne die Mauern und Kuppeln
Jerusalems. Die Opfer waren maßlos gewesen,
viele waren auf dem Zug gefallen, waren verhungert,
verdurstet und erfroren, aber zahllose andere hatten
grausame Verbrechen begangen, hatten sich bereichert
und Eide gebrochen. Dieses Heer aus frommen Pilgern
und Strauchdieben, Fürsten und Söldnern,
machte sich nun daran, die heiligste Stadt der
Christenheit zu belagern. Am frühen Morgen des 15. Juli 1099 eröffneten die Kreuzfahrer von Norden und Süden her den Angriff. Leitern wurden an die Mauern gelegt, Katapulte schleuderten Steine und Brandsätze in die Stadt. Doch die Belagerten wehrten sich mit allen Mitteln. Vierzehn Katapulte beschossen die Belagerungstürme und Kriegsmaschinen der Christen. Allein neun davon nahmen den Belagerungsturm von Graf Raimund unter Beschuss, die fünf anderen konzentrierten sich im Norden geegn Herzog Gottfrieds Turm. Dort kam es beinahe zur Katastrophe: ein besonders gut gezielter Schuß tötete einen Gefährten des Herzogs und dieser selbst konnte sich nur mit höchster Not retten. Während aber Hzg. Gottfried eigenhändig seinen Turm wieder instandsetzte, gelang es den Muslimen, Graf Raimunds Turm so schwer zu beschädigen, daß er von der Mauer abgezogen werden mußte. Im Norden der Stadt rückte der Turm dagegen immer näher an die Mauer. Alle Bemühungen, diesen in Brand zu setzen, schlugen fehl, sodass schließlich gegen Mittag der Brückenschlag in der Nähe des heutigen Herodestores gelang. Im Schutz des Qualms eines brennenden Turms der Stadtbefestigung schoben die Ritter Hzg. Gottfrieds lange Balken hinüber zur Mauerkrone. Dann stürmten als erste die flämischen Ritter Engelbert und Letold von Tournai hinüber. Vom Rauch bedrängt waren die muslimischen Verteidiger von der Mauer geflohen. Die Katapulte nutzten nichts mehr, die Steine flogen über den Belagerungsturm hinweg. Nun setzten durch das geöffnete Damaskustor und die Mauerbresche die übrigen Kreuzfahrer nach. Ungezählte Massen von Kämpfern und Pilgern strömten in die Heilige Stadt. Graf Raimund hatte den Angriff im Süden aufgegeben. Er verhandelte mit den letzten Resten der fatimidischen Garnison in der Zitadelle neben dem Jaffator. Unter Zusicherung ihrer eigenen Sicherheit ließen die Muslime die Provencalen in die Stadt ein. Der Graf besetzte die Zitadelle. Die durch die Mauerbresche eingedrungene vieltausendkšpfige Menge stürmte zum Tempelplatz. Dort hob ein unsagbares Gemetzel an, wobei rücksichtslos alle Muslime getötet wurden. Die Chronisten schilderten später mit Entsetzen das Vorgehen der Christen. Erst zum Abend hin beruhigte sich der Schlachtenlärm. Die Fürsten begaben sich in einer Prozession zur Grabeskirche, begleitet von Psalmen singenden Pilgern. Die überlebenden Christen der Stadt geleiteten sie zum Grab Christi. Nach diesem Tag das Mordens und Plünderns sangen die Sieger die Auferstehungsmesse. Das Gewissen regte sich erst später, und es waren die Mahner in Europa, die einen solchen Kampf an heiliger Stätte mißbilligten. Um den Erfolg zu sichern wählte man am
Ende der Kämpfe Gottfried von Bouillon zum
ersten König von Jerusalem - doch er trug den
Titel nicht, sondern regierte als Advocatus Sancti
Sepulchri. Eine letzte Schlacht bei Askalon
gegen den ägyptischen Wesir al-Afdal (Ws.
1094-1121) ging am 21. August 1099 zu
Gunsten der Kreuzfahrer aus. Sie hatten ihre
Eroberung gesichert. Der große Erfolg, aber auch die Bitten um Ersatz für die heimkehrenden Kreuzfahrer, führte zu einem weiteren Heerzug in den Nahen Osten. Nach dem Eintreffen der Erfolgsmeldung von der Eroberung Jerusalems klang die Begeisterung für den Kreuzzug nicht ab. Die Kreuzprediger richteten ihre Aufrufe nun an die, die ihre geleisteten Gelübde noch nicht erfüllt hatten, erreichten aber auch viele, nun erstmals das Kreuz zu nehmen. So entschloß sich Stephan von Blois, der von Antiochia aus umgekehrt war, nun doch wieder ins Hl. Land zu ziehen. Ebenso machte sich Hugo von Vermandois zum Abmarsch bereit. Weitere französische Herren waren Graf Wilhelm II. von Nevers und Auxerre, Herzog Otto von Burgund und Graf Stephan von Burgund. Herzog Wilhelm IX. von Aquitanien nahm ebenso das Kreuz. Auch Kirchenfürsten sollten diesen neuen Aufbruch mitmachen, so wurde der Erzbischof von Besancon, sowie die Bischöfe von Paris, Laon und Soissons zur Teilnahme aufgerufen. Aber nicht nur französische Fürsten brachen auf, auch in der Lombardei sammelte Erzbischof Anselm von Mailand ein Heer. Ebenso standen die deutschen Fürsten nicht zurück. Herzog Welf IV. von Bayern machte sich auf den Weg. Dem Heer schlossen sich auch die Markgräfin Ida von Österreich, Witwe Luitpolds II., Erzbischof Thiemo von Salzburg, Bischof Ulrich von Passau und der Abt von Admont an. Diesem Zug folgte auch der Chronist Ekkehard von Aura. Im Frühjahr 1101 trafen die Lombarden in Konstantinopel ein, die schon im Herbst 1100 aufgebrochen waren. Erst während der Sommers trafen auch die anderen Kontingente in der Stadt am Bosporus ein. Zu diesem Zeitpunkt waren die Lombarden längst auf dem Marsch. In Nikomedia vereinigten sie sich dort mit Stephan von Blois und den Burgundern. Von Latakia her kommend, stieß auch Raimund von Toulouse zu ihnen. Die Lombarden waren fest entschlossen, in den Norden Anatoliens vorzustossen, um Boemund von Antiochia, der in Neocaesarea in Pontos gefangen gehalten wurde, zu befreien. Von diesem Plan rieten die Franzosen ab, doch konnten sie sich nicht durchsetzen. Am Ende eines schweren Marsches traf das Heer östlich des Halys bei Merzifon auf die vereinten Heere des Seldschukensultans Qilidsch Arslan, der Danischmendiden und Ridwans von Aleppo. Mitte Juli 1101 kam es zu einer mehrtägigen Schlacht, in der die Kreuzfahrer unterlagen. Mit geringen Resten der Truppen retteten sich Raimund von Toulouse, Stephan von Blois, Graf Stephan von Burgund sowie der Erzbischof von Mailand nach Konstantinopel. Das Heer von Wilhelm von Nevers war
zunächst nach Norden marschiert, hatte sich
dann bei Ankara nach Süden gewandt und war bei
Heraclea vernichtet worden. Wilhelm entkam nach
Antiochia. Auch auf die deutschen Kreuzfahrer wartete das
Schicksal bei Heraclea. Sie waren der Marschroute
des Ersten Kreuzzuges gefolgt, gerieten aber im
September 1101 bei Heraclea in einen Hinterhalt der
Türken. Das Heer wurde völlig vernichtet.
Ida von Österreich und Thiemo von Salzburg
wurden getötet oder gefangen verschleppt - sie
verschwanden spurlos. Antiochia wurde zum Fluchtpunkt der Reste dieser
Heere, wohin auch die nach Konstantinopel Geflohenen
kamen. Gemeinsam zog man nun nach Jerusalem, um die
Gelübde zu erfüllen. Der Kreuzzug war
schmählich gescheitert. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Die Kreuzfahrerstaaten (1099 - 1146) Neben der Begründung des Königreichs
Jerusalem war es in Verlauf des Ersten Kreuzzugs
noch zu weiteren christlichen Staatsgründungen
gekommen. Tankred, der Neffe Boemunds von Tarent,
hatte Tarsus erobert, das aber Balduin von Boulogne,
der Bruder Gottfrieds von Bouillon, für sich
beanspruchte. Schließlich wandte sich Balduin
nach Edessa, das er durch sein geschicktes Taktieren
mit Toros, dem Herrn der Stadt, schnell für
sich gewinnen konnte. Er übernahm die
Herrschaft am 10. März 1098. Antiochia war in der Hand Boemunds von Tarent geblieben, was ihm am 5. November 1098 durch den Fürstenrat bestätigt worden war. Tankred schließlich begründete nach der Eroberung Jerusalems das Fürstentum Galilea. So war inmitten des muslimischen Machtbereichs
eine christliche Enklave entstanden, die in den
nächsten fast 300 Jahren die Politik des Nahen
Ostens bestimmen sollte. Zurück zum Inhaltsverzeichnis
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Der Zweite Kreuzzug (1147-1149) Der äußere Anlaß des Zweiten Kreuzzuges (1147-1149) war die Eroberung Edessas durch Zengi am 24. Dezember 1144, womit alle Teile der Grafschaft Edessa bis zum Orontes verlorengingen. Papst Eugen III. (PM 1145-1153) erließ im Jahr darauf am 1. Dezember 1145 die Bulle "Quantum praedecessores", die erste päpstliche Kreuzzugsbulle, mit der er vor allem in Frankreich für einen neuen Kreuzzug werben wollte. Die Reaktion bei der französischen Adressaten war nur schwach. Erst als Bernhard von Clairvaux in die Kreuzzugswerbung eingriff, stellte sich der Erfolg ein. Der Papst hatte ihm die alleinige Kreuzzugspredigt nördlich der Alpen übertragen, wo es nach einem ersten vergeblichen Anlauf gelang, auch König Konrad III. im Dezember 1146 für den Kreuzzug zu gewinnen. Im Mai 1147 erfolgte in Deutschland der Aufbruch. Schon auf dem Weitermarsch von Konstantinopel nach Süden stellten sich erste Schwierigkeiten ein. Das Heer Konrads III. wurde im Oktober 1147 bei Dorylaeum von den Seldschuken geschlagen und floh nach Nikaia. Auch die von Bischof Otto von Freising geführten Truppen wurden bei Laodicea vernichtend geschlagen. Von den französischen Kontingenten erzwang Kaiser Manuel Komnenos den Lehnseid. Diese vereinigten sich schließlich in Nikaia mit den Resten der Truppen Konrads III. Aber auch die Franzosen erlitten 1148 eine schwere Niederlage vor Laodicea. Schließlich trafen Ludwig VII. und Konrad III. in Akkon zusammen. In einer am 24. Juni 1148 abgehaltenen Sitzung der Haute Cour wurde beschlossen, den Kreuzzug nach Damaskus zu führen. Edessa konnte wegen der nun zu großen Entfernung nich mehr erreicht werden. Die Belagerung von Damaskus begann am 24. Juli 1148, mußte aber bald wieder aufgegeben werden. Das Heer hatte sich in eine zu ungünstige Situation manövriert. Konrad III. reiste am 8. September 1148 ab und derfranzösische König folgte ihm Ostern 1149. Damit war der Kreuzzug erfolglos beendet. Lediglich eine Gruppe englischer, flämischer und friesischer Kreuzfahrer hatte auf dem Weg einen Erfolg errungen, indem sie den Mauren Lissabon entrissen hatte. Nach diesem Mißerfolg hatte sich in Europa eine weitgehende Kreuzzugsmüdigkeit breitgemacht. Erst die katastrophale Niederlage des Christenheeres bei Hattin am 4. Juli 1187 und der anschließende Verlust Jerusalems am 2. Oktober 1187 konnten das Interesse wieder wecken. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Der Dritte Kreuzzug (1187-1192) Am 29. Oktober 1187 erließ Papst Gregor VIII.
(PM 25.10.-17.12.1187) seine Kreuzzugsbulle "Audita tremendi",
mit der er zum Dritten Kreuzzug (1187-1192)
aufrief. Die größten Herrscher dieser
Zeit fühlten sich berufen, dem Aufruf Folge zu
leisten. Richard Löwenherz und König
Philipp II. Augustus von Frankreich nahmen am 21.
Januar 1188 in Gisors das Kreuz. Kaiser
Friedrich I. Barbarossa schloß sich ihnen erst
im März 1188 an. Das deutsche Kreuzheer
brach am 11. Mai 1189 von Regensburg auf.
Neben dem Kaiser nahmen auch Landgraf Ludwig VII.
von Thüringen und Herzog Leopold V. von
Österreich teil. Am 18. Mai 1190 errang
das deutsche Heer bei Ikonion einen großen
Sieg über die turkmenischen Truppen. Das so
erfolgversprechende Unternehmen kam zu einem
plötzlichen Ende, als der Kaiser am 10.
Juni 1190 beim Bad im Fluß Salef zu Tode
kam. Nur ein Teil des Heeres blieb im Orient und
marschierte unter der Führung Herzog Friedrichs
nach Antiochia. Schließlich traf es, stark
dezimiert durch Krankheiten, am 7. Oktober 1190
vor Akkon ein. Die Stadt wurde schon seit dem 28.
August 1190 belagert. Es gelang in diesem Jahr
zwar nicht, Akkon zu erobern, aber durch den
ständigen Zuzug war das Kreuzzug stark genug,
sich gegen die Entsatzversuche Sultan Saladins sowie
gegen die Ausfälle der Belagerten zu behaupten.
Endlich traf am 20. April 1191 König
Philipp II. Augustus von Frankreich ein, Richard
Löwenherz folgte am 8. Juni 1191. Mit
der Unterstützung durch die französischen
Belagerungsmaschinen gelang es den Kreuzfahrern, am
12. Juli 1191 die Kapitulation der Stadt zu
erzwingen. Richard Löwenherz setzte seine
Kämpfe gegen das von Auflösung dezimierte
Heer Saladins fort, wobei es ihm gelang, den
für eine spätere Rückeroberung
Jerusalems so wichtigen Hafen Jaffa am 7.
September 1191 zu erobern. Doch diese
Hafenstadt ging schon im Sommer 1192 wieder
verloren. Richards Auseinandersetzungen mit Saladin
endeten in einem Waffenstillstand über drei
Jahre, der am 2. September 1192 geschlossen
wurde. Schon am 9. Oktober 1192 kehrte
Richard Löwenherz dem Hl. Land den Rücken. Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Kaiser Heinrich VI. (Ks. 1190-1197) trat nicht allein als Herrscher das Erbe seines Vaters Friedrich I. Barbarossa (Ks. 1152-1190) an. Auch als Kreuzfahrer wollte er in die Fu§stapfen seines Vaters treten. Das Kreuzzugsprojekt gehšrte dabei zu seinem Projekt, die Kaiserherrschaft zu einer Weltmonarchie zu machen. Kšnig Richard I. Lšwenherz von England (Kg. 1189-1199) hatte England von ihm zu Lehen nehmen mŸssen, auch unterwarf sich Leo II. von Kleinarmenien als Lehnsmann, hinzu kam die Kršnung Heinrichs VI. zum Kšnig des sŸditalienischen Normannenreiches im Jahr 1194 und die Verlobung seines Bruders Philipp von Schwaben mit Irene, der Tochter des Basileus Isaak II. Angelos. Kšnig Amalrich von Zypern huldigte dem Kaiser. Am Osterfest des Jahres 1195 nahm Heinrich VI. das Kreuz. Dieser Entschluß wurde von Papst Cölestin III. in einem Brief vom 27. April 1195 an den Kaiser gelobt. Ein Kreuzzugsaufruf des Papstes folgte im Juli 1195. Doch das VerhŠltnis zwischen Kaiser und Papst blieb angespannt, im Jahr 1196 verweigerte er Heinrich VI. eine Unterredung, veranlaßte aber die Kreuzpredigt in Deutschland. Im Mai 1197 sammelten sich die ersten Kreuzfahrer in Sizilien. Sie wurden bei der Niederwerfung eines vom Papst unterstützten Aufstands der normannischen Barone Siziliens eingesetzt, käpften also gegen Christen, der erste deutliche Mißbrauch eines Kreuzzugsheeres. Die von Heinrich von Brabant geführten Truppen trafen schließlich im August 1197 in Akkon ein. Als Heinrich von der Champagne am 10. September 1197 durch einen Fenstersturz zu Tode kam, Ÿbernahm Heinrich von Brabant im Hl. Land die Regierungsgewalt. Am 20. September 1197 traf ein weiteres deutsches Heer unter der Führung von Erzbischof Konrad von Mainz ein. Schon im folgenden Monat konnten diese Truppen das von den Muslimen schon aufgegebene Sidon und Beirut besetzen (24. Oktober 1197), womit die Landverbindung zwischen Akkon und der Grafschaft Tripolis wiederhergestellt war. Die im November 1197 folgende Belagerung von Toron führte nicht zum Erfolg. Zwar war die Stadt zunächst zur Übergabe bereit, doch verlangten die Kreuzfahrer die bedingungslose Kapitulation. Dies hätte für die muslimischen Verteidiger maßlose Greuel bedeutet. Als schließlich auch noch ein Entsatzheer aus Ägypten herannahte, erfuhren die Belagerer, daß Kaiser Heinrich VI. schon im September in Messina am Sumpffieber gestorben war. Diese Nachricht und die Bedrohung durch das muslimische Heer bewog sie zur Aufgabe der Belagerung. Am 2. Februar 1198 war das ägyptische Heer heran, doch das schlachtbereite deutsche Heer wurde kopflos, als Gerüchte umgingen, die Barone seien geflohen. In aller Eile brachen die Truppen nach Tyros auf, von wo sie schon wenige Tage später nach Europa einschifften. Der einzige Erfolg dieses Kreuzzuges war die Rückeroberung Beiruts. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Der Vierte Kreuzzug (1198-1204) Mit dem Vierten Kreuzzug (1198-1204) erlebte die Kreuzzugsbewegung ihren Tiefpunkt. Am 15. August 1198 proklamierte der neue Papst Innozenz III. mit der Kreuzzugsbulle "Post miserabile Ierusolimitane" einen neuen Kreuzzug, wobei er sich gezielt an die hohe Geistlichkeit, den Hochadel und die italienischen Seestädte wandte. Im November 1199 formierten sich die ersten Kontingente. Das Kreuz nahmen die Grafen Theobald von der Champagne und Ludwig von Blois, sowie der Marschall der Champagne, Gottfried de Villehardouin. Des weiteren schlossen sich dem Zug Graf Balduin von Flandern und Hennegau sowie weitere französische Adelige an. In einem Geheimvertrag mit Venedig wurde Ägypten als Kriegsziel festgesetzt. Tatsächlich wäre ein entscheidender Vorstoß gegen Jerusalem nur möglich gewesen, wenn zuvor das Zentrum der Aiubiden zerschlagen worden wäre. In Venedig kamen aber nur 11000 Kreuzfahre zusammen, zuwenige, um den festgesetzten Transportpreis aufzubringen. Nun bot der Doge Enrico Dandolo an, dem Heer zu helfen, wenn es sich bereitfände, die Stadt Zara zu erobern. Dies geschah am 24. November 1202. Zum ersten Mal hatte sich ein Kreuzzugsheer gegen eine christliche Stadt gewandt. In Zara stießen Gesandte König Philipps von Schwaben zum Heer, die den Vorschlag machten, den Kreuzzug gegen Konstantinopel zu wenden, um dort Alexios V. auf den Thron zu helfen. Trotz aller Proteste aus den eigenen Reihen warf die Kreuzfahrerflotte am 24. Juni 1203 Anker gegenüber von Konstantinopel. Der Angriff wurde gegen die Stadt vorgetragen, die am 13. April 1204 den Kreuzfahrern in die Hände fiel. Die folgenden drei Tage sahen die Schrecken einer maßlosen Plünderung. Was bis zu diesen Tagen an antiken Kunstschätzen und Reliquien erhalten geblieben war, wurde nun geraubt oder zerstört. Die Venezianer warn am Ziel, sie hatten ihren mächtigsten Rivalen im östlichen Mittelmeer zerschlagen. Auf die Eroberung folgte das kurze Zwischenspiel des "Lateinischen Kaisertums von Byzanz". Zurück zum Inhaltsverzeichnis Die Kinderkreuzzüge (1212) In der allgemeinen Kreuzzugsbegeisterung der ersten Jahre des 13. Jahrhunderts soll es im Jahr 1212 zum Kinderkreuzzug gekommen sein. Diese Bewegung hatte ihren Ursprung in den Rheinländern und in Niederlothringen. Tausende von Kindern und Jugendlichen zogen südwärts nach Italien, wo sie am 25. August 1212 in Genua eintrafen. Einige wurden auf Schiffe verladen und in die Sklaverei verkauft. Die meisten kehrten unter weiteren großen Verlusten durch die Strapazen des Marsches über die Alpen nach Hause zurück. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Der Fünfte Kreuzzug (1217-1221) Nochmals warb Papst Innozenz III. im Frühjahr 1213 mit seiner Kreuzzugsbulle "Quia maior" für einen Kreuzzug, doch erst auf dem Laterankonzil von 1215 wurde auf dieser Grundlage die Durchführung eines Kreuzzuges beschlossen. Dieser Fünfte Kreuzzug (1217-1221) brach im August 1217 von Split aus auf. Geführt wurde dieser Zug von Herzog Leopold VI. von Österreich und König Andreas von Ungarn. Die in Akkon angelandeten Truppen unternahmen zwar einige Aktionen gegen die Sarazenen, konnten aber keinen entscheidenden Erfolg erringen. Erst nach dem Eintreffen weiterer Verbände wurde ein Feldzug gegen die ägyptische Stadt Damiette beschlossen. Ende Mai 1218 wurde das Lager der Kreuzfahrer gegenüber der Stadt aufgeschlagen. Der strategisch wichtige "Kettenturm" konnte am 24. August 1218 erobert werden. Die weiteren Kämpfe zogen sich hin. Das Heer wurde durch den Legaten Pelagius gespalten, es war aber möglich, einen Angriff des Sultans al-Kamil auf das Lager abzuwehren. Schließlich konnten die Kreuzfahrer am 5. Februar 1219 Damiette einkreisen. Der Sultan bot in dieser Situation die Rückgabe Jerusalems an, was aber an Pelagius scheiterte. Daraufhin nahm der Sultan den Kampf wieder auf. Die Lage in Damiette wurde aber unhaltbar, sodass die Kreuzfahrer die Stadt am 5. Februar 1219 besetzen konnten. Nun versuchten sie sich an weiteren militärischen Operationen in Ägypten. Im August 1221 vereinigten sich aber die drei aiubidischen Brüder und schnitten das Frankenheer von Damiette ab. Am 27. August 1221 erzwang al-Kamil die Rämung Ägyptens und konnte am 8. September 1221 als Sieger in Damiette einziehen. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Der Sechste Kreuzzug: Der Sechste Kreuzzug (1228-1229) war der
Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. Schon im Jahr 1225
hatte er dieses Unternehmen gelobt, doch hielten ihn
die politischen Umstände immer wieder von der
Ausführung des Vorhabens ab. Große
Hoffnungen wurden in die Hochzeit des Kaisers mit
Isabella von Brienne, der Erbin der Krone des
Königreichs Jerusalem, gesetzt. Doch dauerte es
bis 1228, daß Friedrich II. aufbrach.
Am 29. September 1228 wurde er durch Papst
Gregor IX. (PM 1227-1241) gebannt. Dies hielt den
Kaiser aber nicht davon ab, am 28. Juni 1228
ins Hl. Land aufzubrechen. Gleich nach der Landung
bemühte sich Friedrich II. um eine politische
Lösung der Jerusalem-Frage. Schließlich
schloß er am 18. Februar 1229 einen
Friedensvertrag mit Sultan al-Kamil, der ihm
Jerusalem überließ. Am 18. März
1229 ging Friedrich II. in der Grabeskirche
unter der Krone Jerusalems. Die politische Lage in
Italien zwang den Kaiser aber, am 1. Mai 1229
das Hl. Land überstürzt zu verlassen. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Im Vertrag von San Germano von 1230 hatte Papst
Gregor IX. den von Friedrich II. mit Sultan al-Kamil
auf 10 Jahre geschlossenen Waffenstillstand
schließlich doch anerkannt. Es war damit zu
rechnen, dass es mit dem Auslaufen des Vertrages im
August 1239
wieder zu Kampfhandlungen im Hl. Land kommen
würde. Papst Gregor IX. rief daher schon im
Jahr 1234 zu einem neuen Kreuzzug auf. Im September
diesen Jahres ging ein Brief an die Engländer,
die Franzosen wurden im November zum Kreuzzug
aufgerufen. Die Kreuzpredigt war ein großer
Erfolg, so dass der Papst darauf dringen
mußte, nicht vor dem Juli 1239 die Kreuzfahrt
anzutreten. Die Finanzierung des geplanten
Unternehmens sollte über Sondersteuern und
Kollekten gesichert werden. Insbesondere von den französischen Barone,
die sich an dem Aufstand gegen die Regentschaft von
Blanka von Kastilien beteiligt hatten, wurde
erwartet, dass sie sich zur Buße an dem neuen
Kreuzzug beteiligten. Und tatsächlich
rekrutierte sich ein großer Teil des Heeres
aus diesem Umfeld. Im Frühjahr
1239 wurden in Lyon beachtliche Truppen
für dieses neue Unternehmen zusammengezogen. An
der Spitze dieses Kreuzzuges stand König Thibaut I. von Navarra
(Kg. 1234 - 1253). Des weiteren hatten sich
dem Unternehmen Herzog Hugo IV. von Burgund, die
Grafen Peter von der Bretagne, Heinrich II. von Bar,
Amalrich VII. von Montfort und andere Herren
angeschlossen. Als wegen seines erneuten
Zerwürfnisses mit dem Papst Friedrich II. dem
Kreuzzug seine Unterstützung verweigerte und
insbesondere die italienischen Häfen
schließen ließ, konnten die Franzosen
nicht wie geplant durch Italien ziehen und in
Brindisi zur See gehen. Helfend griff hier
König Ludwig IX. von Frankreich ein, der den
noch im Bau befindlichen Hafen von Aigues-Mortes den
Kreuzfahrern zur Verfügung stellte, von denen
dann aber ein Großteil doch von Marseille aus
in See stach. Am 1.
September 1239 traf Thibaud I. in Akkon
ein, der Rest der zuvor im Sturm zersreuten Flotte
folgte in den Tagen danach. Die Kreuzfahrer
erschienen als eine willkommene Verstärkung der
Truppen des Königreichs Jerusalem. Das Reich
war in einer politisch angespannten Lage. Nominell
war Konrad II., der Sohn Friedrichs II., König
von Jerusalem, für den sein Vater die
Regentschaft führte. Doch während der
kaiserliche Statthalter Richard Filangieri in Tyrus
saß, hatten die Barone des Königreichs
Jerusalem in Akkon eine eigene Herrschaft über
das Reich organisiert. Ein in Akkon abgehaltenes Konzil bestimmt
Thibaud I. als ranghöchsten Kreuzfahrer zum
Anführer des Kreuzzuges. Auch erklärten
sich die Templer, Johanniter und Deutschherren zur
Unterstützung bereit. Dagegen war die
Entscheidung über ein Angriffsziel schwierig.
Im Reich der Ayyubiden herrschte seit dem Tod von
Sultan al-Kamil Chaos. Seine Verwandten
kämpften um die Vorherrschaft. Als derzeit
gefährlichster Gegner galt as-Salih Ayyub, der
kurz zuvor Jerusalem überfallen hatte und sich
mit einem Heer bei Nablus festgesetzt hatte. In
Kairo regierte al-Adil Abu Bakr II., der aber
Damaskus nicht unter Kontrolle hatte, das abgefallen
war. Schließlich konnte noch im September
as-Salih Ismail sich Damaskus bemächtigen. Dies
war der Analß für an-Nasir Dawud, der die
Stadt für sich wollte, sich dem Sultan
anzuschließen. Dabei gingen der September und
Oktober mit fruchtlosen Debatten im Konzil der
Kreuzfahrer hin. Erst am 2. November 1239 wurde beschlossen,
nach Süden zu marschieren, um Askalon wieder zu
befestiegen. Die eigentliche Absicht war, nach der
so erfolgten Sicherung des Reiches gegen
Ägypten, den Angriff auf Damaskus zu wagen. Mangelnde Führungsqualitäten Thibauds
I. und die im Heer herrschende Disziplinlosigkeit
sollten zum Mißerfolg des gesamten
Unternehmens führen. Nachdem Peter Mauclerc mit
seinen Leuten eine Karawane überfallen und
ausgeplündert hatte, wollten die übrigen
Barone nicht nachstehen. Sie hatten von einem bei
Gaza lagernden Heer des Sultans erfahren und
stießen mit 400 Rittern dorthin vor, obwohl
vorgesehen gewesen war, das Kreuzfahrerheer
geschlossen nach Askalon zu führen. Am 13.
November 1239 kam es zur Schlacht bei Gaza.
Das kleine Kreuzfahrerkontingent wurde vernichtet,
Graf Heinrich II. von Bar fiel, viele andere Ritter
gerieten in Gefangenschaft. Bei Eintreffen des
Hauptheeres der Kreuzfahrer unter Thibaut I. zogen
sich die Ayyubiden nach Gaza zurück. Von einer
Verfolgung der Feinde rieten die Großmeister
der Ritterorden ab, fürchtend um das Leben der
Gefangenen. So marschierten die restlichen
Kreuzfahrer zunächst nach Askalon, lagerten
dort, marschierten dann aber über Jaffa nach
Akkon zurück. Der einzige Erfolg dieses
Kreuzzugs war, dass es durch den Rückzug des
ayyubidischen Heeres kein Eingreifen des Sultans in
Syrien gab. Den einheimische Baronen und den Ritterorden war
dieser ergebnislose Feldzug wahrscheinlich sehr
recht. Einige von ihnen waren in dieser Zeit mehr an
ihrer Auseinandersetzung mit dem kaiserlichen
Statthalter in Tyrus interessiert und ebenso an
einer Wahrung ihres Besitzstandes. Die Muslime wegen
einiger weniger Gefangener zum Kampf
herauszufordern, paßte nicht in ihre Politik.
In dieser Situation besetzte An-Nasir Dawud, der
Herr von Krak, Jerusalem. Am 7. Dezember 1239 erzwang
er auch die Übergabe des Davidsturms, der
Zitadelle von Jerusalem. Die fränkische
Besatzung durfte abziehen, dann zerstörte
an-Nasir die Befestigungen Jerusalems und ging
selbst nach Krak zurück. Im Frühjahr
1240 bat der Emir von Hama, al-Muzaffar
Mahmud, König Thibaud I. um Waffenhilfe bei der
Eroberung von Damaskus. Der König ging darauf
ein und marschierte mit seinen Truppen nach
Tripolis. Doch unter dem Druck der Emire von Homs
und Aleppo mußte der Emir mußte seine
Absichten fallen lassen. Unverrichteter Dinge zog
das Kreuzfahrerheer im Mai 1240 wieder nach Akkon
zurück. Militärisch war dieser Kreuzzug bis dahin
ohne Ergebnis gewesen, doch nun sollte sich auf
diplomatischem Wege Erfolge einstellen. Der
Rückzug des Sultans nach Ägypten hatte die
Hoffnungen an-Nasirs auf die Herrschaft über
Damaskus vereitelt. So schloß dieser ein
Bündnis mit seinem bis dahin von ihm selbst
eingekerkerten Feind as-Salih Ayyub, um gemeinsam
gegen den Sultan vorzugehen. Sie waren schon
auf dem Marsch nach Kairo, als Sultan al-Adil
Abu Bakr II. gestürzt wurde. So konnte sich
as-Salih Ayyub als neuer Sultan etablieren. Nun sah
sich as-Sahil Ismail als Herr von Damaskus bedroht,
das der Sultan seinem Helfer an-Nasir Dawud
versprochen hatet. As-Salih ging nun mit König
Thibaud I. ein Bündnis ein. Dabei wurde von den
Kreuzfahrern die Sicherung der Grenze nach
Äygpten garantiert, während der Emir im
Gegenzug den Franken die Burgen Safed und Beaufort
und ihr Umland übergab. Die Templer erhielten
Safed, Beaufort ging an Balian von Sidon. Dieser
Vertrag löste den Widerstand der Johanniter
aus. Sie selbst versprachen dem Sultan von
Ägypten das Ende des Bündnisses mit
as-Sahil und die eigene Neutralität in diesem
Konflikt, wofür der Sultan die Gefangenen von
Gaza freiließ und den Johannitern Askalon
überließ. Noch weitere Gebietsgewinnen
machten die Franken, als an-Nasir sich vom Sultan
lossagte. Nun gegen zwei Feinde aus den eigenen
Reihen stehend, suchte er einen Ausgleich mit den
Franken und überließ ihnen den Ostteil
Galiläas, sowie die Burgen von Tiberias und auf
dem Berg Tabor. Der Abschluß der zweiseitigen Verträge führte zu weiteren Verstimmungen unter den Kreuzfahrern. Die Mehrzahl der einheimischen Barone und die Templer beharrten auf dem Vertrag mit Damaskus, während sich die Johanniter auf dem von ihnen geschlossenen Vertrag mit Kairo bestanden. König Thibaud I. wandte sich schließlich von dem von ihm selbst ausgehandelten Vertrag mit Damaskus ab, um die Johanniter zu untersützen. Dem gab er dadurch Ausdruck, dass er mit seinem Heer nach Askalon zog, um dort die Befestigungen zu erneuern. Von hier aus machte er zusammen mit Peter Mauclerc noch eilig einen Pilgerbesuch in Jerusalem, um sich dann im September 1240 mit dem größten Teil seines Heeres in Akkon einzuschiffen. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Der Siebte Kreuzzug (1248-1254) Der Erfolg Friedrichs II. sollte nicht lange
vorhalten. Schon im Jahr 1241 ging Jerusalem
für die Christenheit endgültig verloren,
nie wieder sollte die Stadt Teil eines christlichen
Herrschaftsgebietes sein. Als Papst Innozenz IV. im
Jahr 1245 für den Siebenten
Kreuzzug (1248-1254) warb, hatte er
zunächst keinen Erfolg. Schon im Dezember 1245
hatte allerdings König Ludwig IX. d. Hl. von
Frankreich das Kreuz genommen. Sein Ziel war
Damiette, das er am 5. Juni 1249 erreichte.
Die Truppen rückten in Richtung Kairo vor und
gelangten Mitte Dezember 1249 bei al-Mansura
an. Es gelang zwar, am 8. Februar 1250 den
Nilübergang zu erzwingen, aber in al-Mansura
erlitten die Kreuzfahrer eine schmähliche
Niederlage. Von den ägyptischen Truppen
bedrängt kapitulierte das Heer am 6. April
1250 auf dem halben Weg nach Damiette. Der
König geriet in Gefangenschaft, aus der er sich
nur durch die Übergabe Damiettes lösen
konnte. Am 8. Mai 1250 segelte Ludwig nach
Akkon ab, von wo aus er das Hl. Land regierte, bis
er am 24. April 1254 die Heimreise antrat. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Der "Hirtenkreuzzug" (1251) Der sogenannte "Hirtenkreuzzug" von 1251 wurde wohl
durch die Nachricht vom Scheitern des Kreuzzuges
nach Tunis ausgelöst. Der "Meister von Ungarn"
behauptete, einen Brief der Hl. Jungfrau Maria zu
besitzen. In diesem Brief, so heißt es, habe
gestanden, den Unschuldigen und Demütigen stehe
die Rückeroberung Jerusalems zu, "... denn an
dem Waffenstolz des französischen Adels habe
Gott keinen Gefallen gefunden ..." [Matthäus
von Paris, Historia minora]. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Die Mongolen In der Zwischenzeit war den Kreuzfahrerstaaten mit dem Vordringen der Mongolen die Hoffnung entstanden, dass sich hinter dem Rücken der islamischen Feinde ein neuer Verbündeter finden ließe. Doch die hochgespannten Erwartungen erwiesen sich als falsch. Die Armenier schlossen einen Bund mit den Mongolen und halfen diesen bei der Eroberung Aleppos. Das Königreich Jerusalem zeigte starke Auflösungs-erscheinungen. Die Einzelinteressen überwogen, wodurch keine einheitliche Politik mehr zustande kam. Auch hatte es in Ägypten einen Umsturz gegeben, der die Mamluken zur Herrschaft brachte. Aus diesen ging Sultan Baibars hervor. Nach sorgfältigen Vorbereitungen schlug er 1263 gegen das Königreich Jerusalem los. Der Höhepunkt seines Eroberungszuges war die Einnahme von Antiochia im Jahr 1272. (Eine ausführlichere Darstellung finden Sie HIER.) Zurück zum Inhaltsverzeichnis Der Achte Kreuzzug Schon am 24. März 1267 hatte Ludwig
IX. d. Hl. unter dem Eindruck der Ereignisse im Hl.
Land erneut das Kreuz genommen. Dieser Achte
Kreuzzug (1270) hatte jedoch keinen Erfolg.
Zunächst stand das eigentliche Ziel nicht fest,
denn noch im Juli
1269 erwartete Karl v. Anjou, der Bruder
des Königs, dieser werde wieder gegen
Ägypten vorgehen. Noch plante er, den Kreuzzug
gemeinsam mit Prinz Eduard Plantagenet
durchzuführen, mit dem er sich im August 1269 in
Paris traf, um das gemeinsame Vorgehen abzustimmen.
Dabei wurde der Plan gefaßt, am 15. August 1270
von Aigues-Mortes aus in See zu gehen. Doch diesem
Vorhaben griff Ludwig IX. vor, indem er schon am 2. Juli 1270
abfuhr. Am 13.
Juli 1268 teilte der König seinem in
Caligari auf Sardinien versammelten Heer mit, er
werde zunächst nach Tunis ziehen, um dort den
Sultan zu bekehren. Seine Hoffnung begründete
sich wohl darauf, dass Sultan Muhammad I.
al-Mustansir schon zuvor durch Gesandtschaften an
Karl von Anjou und Ludwig IX. seine Absicht, den
Glauben zu wechseln, mitgeteilt hatte. Doch mit
einiger Sicherheit handelte es sich nur um ein
diplomatisches Taktieren. Am Tag der Ankunft des Kreuzzuges vor Tunis, dem 17. Juli 1270, gelang es dem Admiral Florent de Varennes, eine Landzunge vor dem Hafen der Stadt im Handstreich zu besetzen, doch der König befahl die Räumung und besetzte am folgenden Tag ungehindert das Gebiet erneut. Der Sultan hatte zwar Truppen in Tunis zusammengezogen, die Verteidigung war aber trotzdem schwach. Doch Ludwig IX. sah von einer sofortigen Aufnahme der Belagerung ab und besetzte zunächst einmal Karthago. Hier wurde das Feldlager errichtet, von dem aus der Angriff gegen Tunis vorgetragen werden sollte. Hier brach eine Seuche aus, an der Ludwig IX. am 25. August 1270 starb. Der gerade mit seinen Truppen eingetroffene Karl von Anjou zog die Entscheidungsgewalt über den Kreuzzug an sich. Schließlich beendete am 30. Oktober 1270 ein Vertrag diesen Kreuzzug. Darin gewährte der Sultan den Christen freien Handel, sowie das Aufenthaltsrecht für christliche Priester und Mönche in seinem Reich. Auch nahm der Sultan die Tributzahlungen an Karl von Anjou wieder auf. So waren die früheren Verhältnisse wiederhergestellt. Prinz Eduard Plantagenet von England, der
spätere König Edward I., hatte schon am 24. Juni 1268
gemeinsam mit anderen großen englischen
Fürsten das Kreuz genommen, nachdem der "Second Barons War"
beendet worden war. Sein Vater, Heinrich III. hatte
zwar 1250 die Kreuzfahrt gelobt, war aber nie
aufgebrochen. Erst Ende
August 1270 stach der Prinz von Bordeaux
aus in See. Nach der Umrundung der Iberischen
Halbinsel gelangte er nach Karthago, wo er am 10. November 1270
eintraf und nun vom Tod des französischen
Königs erfuhr. Am folgenden Tag
verlließen die französischen Einheiten
Tunis, um zunächst auf Sizilien zu
überwintern und dann nach Hause zurück zu
kehren. Auch Prinz Eduard führte sein Heer zur
Überwinterung nach Sizilien, um im folgenden
Jahr nach einem kurzen Aufenthalt auf Zypern am 9. Mai 1271 in
Akkon einzutreffen. Als Sultan Baibars, der zu
dieser Zeit Tripolis belagerte, vom Eintreffen der
englischen Kreuzfahrer erfuhr, brach er die
Belagerung ab und schloß mit Bohemund VI. von
Antiochia-Tripolis einen auf 10 Jahre befristeten
Separatfriedensvertrag. Prinz Eduard selbst
vereinbarte mit dem Il-Khan der Mongolen, Abaqa, ein
Bündnis gegen die Mamluken. Mit König Hugo III. von Zypern hatte der
englische Prinz zunächst langwierige
Auseinandersetzungen wegen des Führungsanspruchs
im Kreuzheer, die er aber für sich entscheiden
konnte. Auch entsetzte er sich über die
Geschäfte, die Venezianer und Genuesen mit den
Mamluken machten, ohne sie unterbinden zu
können. Nachdem Sultan Baibars mit einem Angriff auf
Zypern gescheitert war, landeten weitere englische
Kräfte in Akkon. Mit dem so verstärkten
Heer wagte Prinz Edward den Angriff auf die Festung
Qaqun bei Caesarea, doch reichten die Truppen nicht
aus, die Burg zu erobern. Als es nun Sultan Baibars
auch noch gelang, die Mongolen bis
hinter den Euphrat zurück zu treiben,
mußte die Belagerung aufgegeben werden. Es
folgten Verhandlungen und am 22. Mai 1272
wurde mit dem Sultan ein zehnjähriger
Waffenstillstand vertraglich besiegelt. Die Franken
hatten eine Gnadenfrist und Baibars konnte sich der
für ihn wichtigeren Aufgabe der Abwehr der
Mongolen widmen. Bei einem Attentat verwundet, mußte Prinz
Edward weiter in Akkon bleiben, nutzte die Zeit aber
auch, um die Stadtbefestigungen ausbauen zu lassen.
Im Zuge dieser Bauarbeiten entstand der "Turm der
Engländer" am äußeren Mauerring. Am
24. September 1272
verließ Prinz Edward das Hl. Land. Sein
Engagement hatte den Franken zu einen Aufschub verholfen,
ihre Lage aber nicht verbessert. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Das Ende des Königreiches Jerusalem Dem Königreich Jerusalem waren nach der
Abreise von Prinz Edward noch 19 Jahre
vergönnt. Zu neuerlichen Kreuzzügen kam es
nicht mehr, wenn auch Papst Gregor X. sich darum
bemühte. Endpunkt seiner Bemühungen war
das Konzil von Lyon im Jahr 1274. Der Papst
hatte zuvor um Pläne für den zu
unternehmenden Kreuzzug gebeten, doch die erhaltenen
Schriftstücke zeigen nur die Kritik an
Ablaßhandel und dem Mißbrauch von
Kreuzzugssteuern, sowie dem mangelnden Glauben an
die durch eine Kreuzfahrt zu erwerbenden geistlichen
Verdienste. Das Konzil beschloß neben der
Kirchenunion mit Byzanz, dass der Kampf gegen Sultan
Baibars gefördert werden sollte. Hierzu wurde
eine neue Kreuzzugssteuer für die kommenden
sechs Jahre ausgeschrieben. Auch
ließen sich die in Lyon erschienenen Gesandten
der Mongolen taufen - ein leiser Hoffnungsschimmer,
dass diese im Rücken der Muslime entlastend
für die Franken wirken könnten. Nach dem
Konzil ließ der Papst überall in Europa,
im Norden selbst in Finnland und sogar auf Island
und Grönland das Kreuz predigen. Doch wenn auch
eine Reihe von großen Fürsten das Kreuz
nahmen, brachen sie doch nicht ins Hl. Land auf. Als
Gregor X. 1276
starb, waren die folgenden schnellen Wechsel auf dem
Stuhl Petri nicht dazu angetan, das Kreuzzugsprojekt
wieder mit Leben zu füllen, auch war das
Papsttum mehr an den auf die Sizilianische Vesper
folgenden Kriegen in Europa interessiert als am
Schicksal des Hl. Landes. Im Jahr 1277 starb Sultan Baibars. Es folgte eine Zeit der inneren Kämpfe im Mamlukenreich, hinzu kam die weiterhin andauernde Bedrohung durch die Mongolen. Diese Situation hätte den Franken im Hl. Land eine Atempause verschaffen können. Doch auch in den verbliebenen Kreuzfahrerstaaten machten innere Streitigkeiten ein Vorgehen gegen den geschwächten Feind unmöglich. 1279 schwang sich Qalawun zum Sultan Ägyptens auf. Erst nach weiteren inneren Kämpfen und seinem folgenden Sieg über die Mongolen bei Homs im Jahr 1281, begann er entgegen allen bestehenden Verträgen mit den Franken einen rücksichtslosen Feldzug, dem in schneller Folge alle fränkischen Besitzungen zum Opfer fielen. Schließlich eroberte er 1289 Tripolis, um dann im November 1290 von Kairo aus gegen Akkon vorzurücken. Sein Tod am 10. November 1290 führte aber nicht zu einem Abbruch des Unternehmens, das von seinem Sohn, Sultan al-Ashraf Chalil, weitergeführt wurde. Die ersten Truppen der Mamluken trafen am 6. März 1291
vor Akkon ein. Am 6. April 1291 begann die
Belagerung. Die christlichen Truppen in der Stadt
wurden nochmals verstärkt, als am 4. Mai
König Heinrich II. von Zypern ein Heer
heranführte. Am 15. Mai 1291 fiel die
Mauer, der König floh in der Nacht, was eine
panische Massenflucht - insbesondere der
Nichtkämpfer - auslöste. Der 18. Mai
1291 brachte den Belagerten schließlich
das Ende, während die Templer noch bis zum 28.
Mai 1291 in ihrem Haus aushielten, wo sie
unter heftiger Gegenwehr niedergemacht wurden. Tyrus
kapitulierte am 19. Mai 1291. Den letzten fränkische Stützpunkt, die
Insel Ruad, räumten die Templer im Jahr 1303.
Mit dem völligen Untergang der
Kreuzfahrerstaaten war die Zeit der Kreuzzüge
ins Hl. Land zuende. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Die Schlacht bei Nikopolis (1396) Lange nach dem Ende der
Kreuzfahrerstaaten im Hl. Land kam es nochmals zu
einer militärischen Auseinandersetzung, die als
Kreuzzug geführt wurde. Seit König
Sigismund von Ungarn 1387 den Thron bestiegen hatte,
bemühte er sich um einen Kreuzzug gegen die
Osmanen. Papst Bonifatius IX. (PM 1389-1404) und
sogar der Gegenpapst Benedikt XIII. (PM 1394-1423)
unterstützten ihn, so dass sich
schließlich ein Heer von 8000 burgundischen
Kreuzfahrern, darunter 1000 Ritter, in Buda
versammelte. Auch zogen auch die Burggrafen Johann
III. und Friedrich VI. von Nürnberg mit
großen Scharen dorthin. Geführt wurde das
Heer von Johann Ohnefurcht und Marschall Boucicaut.
Die westeuropäischen Heere vereinten sich mit
der ungarischen Armee und gemeinsam marschierte man
nach Bulgarien, wo die Kreuzfahrer am 10. September 1396
Nikopolis (h. Nikopol)
erreichten. Es begann eine Belagerung, die zwei
Wochen andauerte, die aber auch nach dem Eintreffen
der Johanniter nicht von Erfolg gekrönt war.
Da traf das Heer des osmanischen Sultans Bayezid I. (Slt. 1389-1402) zusammen mit den Panzerreitern seines serbischen Vasallen Stefan Lazarevic bei Nikopolis ein. So standen die gegnerischen Heere am 25./26. September 1396 zur Schlacht bereit. Die französischen Ritter beanspruchten für sich das Recht, als erste in die Schlacht reiten zu dürfen. Als die Ritter vorrückten, versuchte König Sigismund, mit seiner Infanterie zu folgen. Der Sultan nahm seine leichte Reiterei zurück und ließ die Ritter von seinen Bogenschützen unter Beschuß nehmen, die hinter in den Boden gerammten Pfählen verschanzt waren. Die Ritter ließen sich dadurch dazu verleiten abzusitzen und zu Fuß gegen die Bogenschützen und die nahebei befindlichen Janitscharen vorzugehen, was den Truppen des Sultans einige Verluste brachte. Doch dann setzte Bayezid I. die schwere Reiterei der Siphai gegen die Ritter ein. Ohne Pferde hatten die Franzosen keine Chance gegen die anstürmenden Feinde und wurden niedergemacht. Währenddessen desertierten die Truppen aus Siebenbürgen und der Walachei, denen König Sigismund schon vor der Schlacht kein großes Vertrauen entgegengebracht hatte. Das ungarische Heer war nun den Angriffen der Siphai schutzlos ausgesetzt, die auch von den serbischen Reitern unterstützt wurden. Das osmanische Heer siegte. König Sigismund und der Großmeister der Johanniter, Hermann II. von Cilli, flohen über die Donau, während auch viele einfache Kämpfer versuchten, sich allein in die Heimat durchzuschlagen. Von den Gefangenen konnten nur die großen Adeligen auf Gnade hoffen, so wurden Johann Ohnefurcht und Jean II. Le Maingre freigekauft. Doch zwischen 300 und 3000 Mann fielen einem Massaker der Osmanen zum Opfer. In den Jahren nach der Schlacht bei Nikopolis blieben die Balkanländer in ihrem Abwehrkampf gegen die Osmanen auf sich gestellt, da die Westeuropäer mehr mit inneren Schwierigkeiten beschäftigt waren. Aber die Osmanen konnten ihren Sieg nicht nutzen, bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts sollte es dauern, bis sie wieder - und dieses Mal sehr erfolgreich - in die Offensive gehen konnten. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Der "letzte Kreuzzug" (1444) Den Kreuzfahrern gelang es, die Festung Schumen zu zerstören und ihren Marsch weiter fortzusetzen. Sultan Murad II. setzte über den Bosporus, was die Kreuzfahrerflotte aus burgundischen und venezianischen Galeeren nicht hatte verhindern können, und marschierte den Kreuzfahrern entgegen. Im Heer der polnisch-ungarischen Kreuzfahrer herrschten Spannungen. König Wladyslaw III. stand mittlerweile gegen seinen Reichsverweser Johann Hunyadi. Am 10. November 1444 trafen die Heere - 30.000 Kreuzfahrer und 60.000 Osmanen - bei Warna in Bulgarien aufeinander. In der sich entwickelnden Schlacht konnte die Reiterei der Kreuzfahrer nicht nur die osmanischen Plänkler überwinden, sondern sogar die schweren Panzerreiter, die Siphai, zurückschlagen. Eine Wende nahm die weitgehend gewonnene Schlacht, als sich König Wladyslaw III. - unzufrieden mit dem bisher erreichten - dazu hinreissen ließ, selbst einen weiteren Reiterangriff gegen die Osmanen zu führen. Das Pferd des Königs stürzte und er selbst wurde unmittelbar darauf getötet. Es folgte eine Panik im Heer, die eine kopflose Flucht auslöste. Die Osmanen nutzten die heillose Verwirrung im Heer der Christen aus und trugen den Sieg davon. Während der ungarische Reichsverweser Hunyadi entkam, blieb Kardinal Cesarini verschollen. Der Kreuzzug war gescheitert. Johann Hunyadi führte den Kampf gegen die Osmanen fort, wurde aber zusammen mit den Albanern im Jahr 1448 in der zweiten Schlacht auf dem Amselfeld vernichtend geschlagen. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Nach dem Fall von Konstantinopel (1453) |
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