Die Bundeslade
Die Geschichte des Gottesthrones
von Jörg Dendl

Letztes Update:
20. Januar 2007
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Inhalt
1. Ägypten und die Lade
2. Mose, der "Ägypter"
3. Der Exodus
4. Die Eroberung des Heiligen Landes
5. Die Lade in der Richterzeit
6. König David und die Lade
7. Salomos Tempel
8. Die Zeit der zwei Reiche
9. Josias Reform
10. Der Verlust
11. Die Suche
12. Die Lade in Chartres
13. Literatur
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Die Herkunft der Bundeslade aus Ägypten

Die frühe Geschichte der Hebräer [1] ist nach der biblischen Überlieferung auf das engste mit Ägypten verknüpft. Schon in früheren Publkationen wurden Vermutungen über den Ursprung der jüdischen Religion in Ägypten angestellt. Die Berichte der biblischen Bücher Genesis und Exodus lassen mit ihren starken Bezügen zu Ägypten diesen Verdacht aufkommen.
Nach der landläfigen Lesart der Bibel wurde die Bundeslade auf den Auftrag des Gottes JHWH hin am Berg Horeb angefertigt, um die Tafeln mit den 10 Geboten aufzunehmen, die Mose auf dem Berg erhalten hatte. Werden die betreffenden Textstellen allerdings einer textkritischen Analyse unterworfen, so kommen Zweifel an der überlieferten Herkunft auf.

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2. Teil: Mose der "Ägypter"

Josef wird von seinen Brüdern verkauft

Josef als Wesir des Pharao

Mose wird von der Tochter des Pharao gefunden

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Der Exodus

Der Durchzug durchs Schilfmeer

Der Tanz um das Goldene Kalb

Aaron als Hohepriester im Zelt der Versammlung

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Die Eroberung des Heiligen Landes

Die Bundeslade vor Jericho

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Die Lade in der Richterzeit

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David und Jerusalem

Die Überführung der Bundeslade nach Jerusalem

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7. Teil: Salomos Tempel

Salomos Opfer wird angenommen

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Zwei Reiche, ein Heiligtum

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Josias Reform

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Der Verlust

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Die Bundeslade in Chartres

©2005 by Jörg Dendl

Die Suche nach der Bundeslade f&uuml:hrt auch nach Frankreich. An der Kathedrale von Chartres finden sich zwei Reliefs, die das Heiligtumdarstellen. Der französische Autor Louis Charpentier wies darauf in seinem Buch "Die Geheimnisse der Kathedrale von Chartres" (Köln 1972) ausdrücklich hin und schreibt zu diesen Reliefs:

»[S. 66:] Im Nordportal von Chartres, sem sogenannten Eingeweihtenportal, gibt es zwei kleine Sälen, die reliefartig vorstehen. Die eine trägt - in Stein gehauen - die Szene, wie ein Paar Ochsen die Bundeslade zieht; darunter befindet sich die Inschrift: Archa cederis. Auf der anderen Säle erscheint die Lade wieder; sie wird hier von einem Mann mit einem Tuch umhüllt oder wird von ihm - durch das Tuch geschützt - ergriffen; daneben befindet sich ein Haufen Gefallener, unter ihnen ein Ritter im Panzerhemd. Die Inschrift der Säle lautet: Hic amititur Archa cederis (amititur steht wahrscheinlich für amittitur). Der feinsinnige Latinist Eug�ne Canseliet schreibt mir dazu: Die Inschriften erweisen sich als nicht sehr sprechend: Archa cederis: Durch die Bundeslade wirst du wirken; hic ammittitur, archa cederis: Hier läßt man gehen, durch die Bundeslade wirst du wirken. Mir sagen die Inschriften, zumindest die erste, durchaus etwas. Vielleicht haben wir hier den Hintergrund für die Ordnungen der Kathedrale von Chartres, deren architektonische Darstellung - wissenschaftsgeschichtlich gesehen - jener damaligen Epoche - ja sogar unserer eigenen - gar nicht zuzutrauen wäre. Vielleicht kann nur dann Licht in die Zusammenhänge gebracht werden, wenn man den Gebrauch eines Dokumentes von der Art, wie es die Gesetzestafeln sind, nicht ausschließt. [...] Die dargestellten Szenen sind offensichtlich biblisch. Man erkennt den Transport der Bundeslade und ihren Verlust in der Schlacht gegen die Philister wieder. Ich möchte aber auf eine eigentümlichkeit aufmerksam machen, ohne - vorschnell und [S. 67:] vielleicht gewagt - eine Beziehung dieser Szenen zu einem mšglichen Transport der Lade durch die Templer herzustellen. Die dargestellte Lade selbst - ein mit Rädern versehener, eisenbeschlagener Kasten - wird von Ochsen gezogen, anders als in der Schrift, wo es heißt: Und sie ließen die Lade Gottes führen auf einem neuen Wagen (2. Samuel 6,3). Es kann sich nicht um eine Stilisierung von Lade und Wagen handeln, denn auch in der Schlachtszene ergreift der Mann eine mit Rädern versehene Lade. [...] Die Kathedralbaumeister hätten wissem müssen, welchen Wert die Schrift darauf legte, daß die Lade, wenn sie von Menschenhand bewegt wurde, nur an den durch Ringe gesteckten Stangen getragen wurde, die nicht herausgezogen werden durften; von Radachsen ist da keine Rede. Die Säle stellt aber einen Mann dar, der, nur durch ein Tuch geschützt, die Lade mit bloßen Händen aufnimmt. Hat der Baumeister von Chartres etwa besondere Kenntnisse über das Aussehen der Lade besessen?
Es gibt keine besseren Beweise für eine Überführung der Lade nach Frankreich - der Bundeslade selbst oder einer Nachbildung - als diejenigen, die man nicht wahrnimmt, weil sie zu sehr ins Auge springen: die gotischen Kathedralen.« [Charpentier, 1972, S. 66-67]

»Was durch die Templer ins Abendland gebrachgt wurde, muß gar nicht einmal die Bundeslade, müssen nicht die Gesetzestafeln gewesen sein: aber ein Dokument beseonderer Art war es gewiß.« [Charpentier, 1972, S. 68]


 

Die Suche

Der Triumphbogen für Titus

Die Menora, der Schaubrottisch und Tempeltrompeten im Triumph des Titus

Der Felsendom

Modell der Bundeslade von J. Dendl

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Anmerkungen

[1] Als "Hebräer" werden im folgenden die Stämme bezeichnet, die unter Mose Ägypten verließen und später in Kanaan eindrangen. Von "Juden" kann zu dieser Zeit noch nicht gesprochen werden.

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Literatur

Dendl, Jörg, Eine Darstellung der Manna-Maschine aus dem 3. Jahrhundert?, in: Ancient Skies, 13. Jg., Nr. 4, 1989, S. 6-8
Dendl, Jörg, Ägypten und die Lade, in: G.R.A.L. 4/1991, S. 23-25
Dendl, Jörg, Der Weg der Bundeslade, in: G.R.A.L. 5/1992, S. 101
Dendl, Jörg, König Josia und die Lade, in: G.R.A.L. 3/1993, S. 85
Dendl, Jörg, Die Archäologie Jerusalems - Ein Überblick, in: G.R.A.L. 4/1993, S. 137-140; gleichfalls in: Jerusalem - Forschungsexkursion nach Palästina/Israel, Berlin: Freie Universität Berlin 1993, S. 14-19
Dendl, Jörg, Der Heilige Felsen zur Zeit der Kreuzfahrerherrschaft, in: Miszellen aus dem Schülerkreis (Festschrift für Kaspar Elm), Thomas Frank/Andreas Rüther (Hgg.), Berlin: Freie Universität Berlin 1994, S. 1-11
Dendl, Jörg, Der Heilige Felsen im Felsendom von Jerusalem, in: G.R.A.L. 1/1995, S. 56-60
Dendl, Jörg, Die Odyssee der Tempelschätze, in: G.R.A.L. 2/1995, S. 84-87
Dendl, Jörg, Die Tempel des JHWH, in: G.R.A.L. 3/1995, S. 193-195
Dendl, Jörg, Die Gestalt der Bundeslade, in: G.R.A.L. 2/1996, S. 104-107
Dendl, Jörg, Der Thron des Einen Gottes - Moses und die Herkunft der Bundeslade, in: G.R.A.L. 3/1997, S. 164-175

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